Warum wir unseren Wohlstand nur sichern können, wenn es den Anderen besser geht

Reisen in Schwellenländer bildet und öffnet die Augen. Es schafft ein Bewusstsein dafür, wie gut es uns geht – und warum gerade auch wir großes Interesse daran haben sollten, dass es dem ärmeren Teil der Weltbevölkerung merklich besser geht. Ein Reisebericht:

Knapp drei Wochen waren wir unterwegs. Vietnam und ein paar Tage Zwischenstopp in Shanghai standen auf dem Programm. Ich bin kein großer Freund von „jeden Tag ein neues Ziel“. Ich hasse „abhaken“. In einer Stadt/in einem Land muss ich nicht alles gesehen haben. Viel schöner finde ich es, in Ruhe durch die Straßen zu schlendern oder sich einfach an den Straßenrand zu setzen und das vorbeiziehende Leben zu beobachten. Herrlich!

Nun waren wir einen Großteil der Zeit in Vietnam. Vietnam ist ein Schwellenland, von der staatlichen Struktur ähnlich aufgestellt wie China: Politisch diktatorisch, wirtschaftlich (halbwegs) freiheitlich. Genauer gesagt: Es gibt eine einzige Partei, die das Land lenkt. Trotzdem wurde die Wirtschaft seit 1989 Stück für Stück marktwirtschaftlich aufgestellt.

Fährt man durch die Straßen von z.B. Ho Chi Minh City (das ehemalige Saigon), spürt man, was mit Schwellenland gemeint ist: Überall wird gebaut – nicht gekleckert, sondern geklotzt.

Ob das immer gut ist und was das für den Einzelnen bedeutet, der sein altes Wohnviertel zwangsräumen muss, weil drei Hochhäuser entstehen, steht auf einem anderen Blatt. Nichtsdestotrotz: Nicht nur die oberen 10.000 profitieren. Die Mittelschicht hat sich zwischen 2003 und 2013 praktisch verdoppelt. 1993 galten 60 Prozent der Vietnamesen als arm, heute sind es weniger als 12 Prozent. Schaut man im Anflug auf Ho Chi Minh City aus dem Flugzeug-Fenster, dann weiß man, woran es liegt: Wohin der Blick führt, Produktionshalle neben Produktionshalle. Vietnam ist auf dem besten Weg in Richtung Industrieland.

Nun mag der ein oder andere genau das kritisch sehen: Umweltverschmutzung, Auflösung der familiären Strukturen, lange Arbeitstage an den Fließbändern der Fabriken – es gibt viele negative Aspekte, die damit einhergehen. Was man jedoch nicht vergessen darf: Die Leute dort befinden sich auf einer anderen Stufe der Bedürfnispyramide. Es geht vielmehr um den sozialen Aufstieg, um das Ziel, dass es einem selbst materiell besser geht als der vorangegangen Generation.

Erzählt man im Gespräch, dass man aus Deutschland kommt, leuchten die Augen und das Gesprächsthema wandert schnell in Richtung deutscher Highlights: Volkswagen, BMW und Mercedes. Naja ok, und vielleicht noch Fußball. 😉

Wer von den jungen Leuten in Deutschland unterhält sich noch groß über Autos? Das Thema – dazu gibt es Studien – wird bei uns immer unwichtiger. Wir unterhalten uns eher über die neuesten Car-Sharing-Modelle oder darüber, welche Stadt das beste Fahrradweg-Netz hat. Fahrrad? In Vietnam? Habe ich so gut wie nicht gesehen. Roller! Die ganze Nation fährt Roller. Stinkende, lärmende Roller.

Ich glaube man muss sich da generell mal etwas entspannen. Wir dürfen nicht mit der Arroganz des gesättigten Westlers auf diese Länder blicken und kopfschüttelnd feststellen, was die intensive Industrialisierung mit diesen macht. Auch in Deutschland sah es in vielen Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts nicht groß anders aus. Seit nicht mal vierzig Jahren ist der Umweltschutz in unseren Köpfen (und auch politisch) nachhaltig angekommen – dann nämlich, als es uns materiell besser ging.

Ich bin der festen Überzeugung, dass man in wenigen Jahrzehnten ein Land wie Vietnam kaum wiedererkennen wird: industrialisiert, breite Mittelschicht, soziale Absicherung und hohe Umweltstandards.

Dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht, haben wir bei unserem abschließenden Zwischenstopp in Shanghai genießen dürfen: Uns erschien die Stadt im Vergleich zu Ho Chi Minh wie ein Luftkurort. Warum? In bestimmten Bereichen dürfen nur noch Elektro-Roller fahren. Leise, sauber und zudem noch so günstig, dass sie auch für die breite Masse erschwinglich sind. Die Chinesen investieren übrigens massiv in erneuerbare Energien. Das ist gut für die Luft und gut für die Wirtschaft: China ist mittlerweile führend in der Produktion von Solarpanelen – und zwar so gut und günstig, dass die deutsche Konkurrenz da in jüngster Vergangenheit große Probleme bekommen hat. Auch dieser Prozess geht natürlich nicht von heute auf morgen. Wahrscheinlich dauert es auch in China noch zwanzig, dreißig Jahre, bis die Luft tatsächlich sauber ist.

Fazit der Reise: Es war toll, horizonterweiternd, inspirierend – und erkenntnisreich:

Diese Länder sichern unseren langfristigen Wohlstand.

Wer soll denn zukünftig unsere ganzen Produkte kaufen? Unsere alternde und sich dezimierende Nation?? Auch wir sind absolut darauf angewiesen, dass sich Länder wie Vietnam, China und weitere in der Region langfristig gut entwickeln. Und gut entwickeln heißt: Der breiten Masse muss es besser gehen. Denn es ist die breite Masse, die in den kommenden Jahrzehnten die Nachfrage nach unseren Gütern und Dienstleistungen treibt. Ob diese hier oder dort produziert werden, spielt gar nicht so eine große Rolle.

Und klar, ich würde diesen Blog nicht betreiben, wenn ich die Entwicklung in den Schwellenländern nicht auch durch die Anleger-Brille betrachten würde:

Profitieren kann man als Anleger, indem man z.B. über einen ETF in die entsprechenden Länder-Indizes investiert. Ist einem das zu risikoreich, kann man auch in deutsche Indizes investieren und profitiert so indirekt davon, dass gerade deutsche Unternehmen viel in diese Märkte exportieren bzw. im besten Fall auch vor Ort mit Produktionen vertreten sind.

Und so haben alle was davon: Die Unternehmen bekommen Kapital, um die Aktivitäten vor Ort auszubauen. Für die einheimische Bevölkerung werden Jobs geschaffen. Mit dem verdienten Geld wird mehr konsumiert. Das freut die Unternehmen – und einen selbst als Aktionär.

Sind die materiellen Bedürfnisse irgendwann halbwegs gedeckt, dann geht’s verstärkt um Umweltschutz und ähnliche Themen. Ich bin sicher, viele dieser Länder sind auf einem guten Weg, auch wenn es augenscheinlich oder akustisch im Moment manchmal anders erscheint.

 

 

Rock die Rente: Wie viel Geld muss ich eigentlich zurücklegen?

Gastbeitrag von Daniel Korth, dem Finanzrocker

Sebastian hat mit der Kernaussage seines Blogs völlig Recht: Jeder kann Geld anlegen. Geldanlage ist keine Raketenwissenschaft, wie viele häufig denken. Die Meisten winken nur schon im Vorfeld ab, weil es zu gefährlich, zu kompliziert oder was auch immer ist.

Doch wenn einige dann anfangen zu investieren, kommt häufig die Frage auf, wie viel Geld ein Anleger mit Mitte 30 zurücklegen sollte, um später die Rente aufzubessern. Wie Du sicherlich weißt, sorgt der demografische Wandel in den kommenden 30 Jahren dafür, dass wenige junge Menschen für die Rente vieler Menschen über 65 aufkommen müssen.

Auch der Anteil der Rente sinkt von heute 48,5 Prozent auf 43,5 Prozent im Jahr 2030. Ab 2050 sind schon Zahlen unter 40 Prozent in der Diskussion. Der Anteil von Menschen über 60 Jahre verdoppelt sich sogar bis zum Jahr 2050. Wer jetzt nicht anfängt, rechtzeitig Geld für später zurückzulegen, lebt vielleicht im Rentenalter in Altersarmut. 2030 soll dann jeder Zweite laut einer WDR-Studie genau dort sein. Noch sind aber bis dahin ein paar Jahre Zeit, um mit der Geldanlage zu starten und zu profitieren.

Was ist eigentlich die Rente?

Bevor ich auf das Thema eingehe, kurz ein paar Worte zur Rente an sich. Eingeführt wurde sie bereits 1889 unter dem damaligen Reichskanzler Otto von Bismarck. Sie ist sozialpolitisch als auch ökonomisch von sehr großer Bedeutung für Deutschland. Basis der Rentenversicherung sind das Solidarprinzip und das Äquivalenzprinzip. Heute sind über 50 Millionen Bundesbürger dort versichert und es gibt mehr als 20 Millionen Rentner.

Damals wie heute beruht die gesetzliche Rentenversicherung auf dem System des Umlageverfahrens. Grundlage hierfür ist der sogenannte Generationenvertrag. Die Beschäftigten von heute finanzieren mit ihren Beiträgen die laufenden Renten der Rentner. Wenn die heutigen Beitragszahler Leistungen beziehen, werden diese aus den Beiträgen der nachfolgenden Generation finanziert.

Ein Vorteil: Das System ist weitgehend unabhängig von Schwankungen am Kapitalmarkt oder Wirtschaftskrisen. Abhängig ist das Umlageverfahren vor allem vom Verhältnis der aktuellen Beitragszahlern zu Rentnern sowie der Einkommensentwicklung. Und genau hier liegt das Problem, das ich eingangs geschildert habe.

Worauf bei der Geldanlage achten?

Denn nur die Wenigsten machen sich heute Gedanken über dieses Später, aber die Warnungen werden zahlreicher. Übersetzt heißt das: Jedes Jahr, in dem Du nicht anfängst für das Alter Geld anzulegen, fehlt Dir am Ende. Aber wie viel Anlage ist genug? Was, wenn ich früher in Rente gehen möchte? Und wie muss ich anlegen, wenn ich beispielsweise ein Auto oder Haus abzahle und später kostengünstig dort wohnen möchte?

Deshalb solltest Du immer schauen, wie Deine Lebensumstände aussehen und welche Ziele Du verfolgst. Auf dieser Basis kannst Du dann errechnen, wie viel Geld Du ungefähr im Monat sparen musst – und es dann in Form eines Sparplans oder regelmäßigen Spareinlagen anlegen.

3 unterschiedliche Beispiele

Für diesen Artikel habe ich mal drei unterschiedliche Beispiele herausgesucht. Zum einen haben wir die 25-jährige Tina, die gerade ins Berufsleben gestartet ist und wahrscheinlich bis 70 arbeiten muss. Der Zweite ist der 35-jährige Alexander, der schon etwas angespart hat und mit 60 in Rente gehen möchte. Und schließlich ist da noch der 45-jährige Bernd, der sich noch keine großen Gedanken über Geldanlage gemacht hat.

Tina hat in ihrem Alter die meisten Möglichkeiten. Sie kann 45 Jahre Geld zurücklegen und profitiert dabei enorm vom Zinseszins-Effekt. Bei Alexander machen sich die fehlenden zehn Jahre schon bemerkbar, aber er hat zum Glück rechtzeitig angefangen, Geld in ETFs anzulegen, weil er ja früher in Rente gehen möchte.

 

Beispiel 1: Der Konsument

Bernd hingegen bleiben nur noch 22 Jahre, um Geld anzusparen. Bisher kaufte er sich alle fünf Jahre einen Neuwagen, leistete sich jährlich einen schönen, teuren Traumurlaub und geht regelmäßig gut Essen. Auf seinem Tagesgeldkonto liegen nur 5.000 Euro.

Schauen wir uns doch mal seine Rechnung an. Er verdient 80.000 Euro im Jahr. Wenn er mit 67 in Rente geht, hätte er gern 65.000 Euro jährliche Einkünfte. Davon sollen 30.000 € aus der Rentenkasse bezahlt werden.

Bernd ist fit und rechnet damit, 90 Jahre alt zu werden. Bei einer durchaus realistischen Rendite von 6 % pro Jahr und einer Inflationsrate in Höhe von 2 Prozent (angestrebtes Ziel der Europäischen Zentralbank) müsste Bernd jetzt monatlich 1.283 Euro anlegen, um 2031 auf diese Erträge zu bekommen. Eine reife Leistung! Die 5.000 Euro vom Tagesgeldkonto müssen aber definitiv als Reserve auf dem Konto verbleiben. Und die angesammelten 810.172 Euro müsste er ab dem Renteneintritt regelmäßig entsparen und als gesonderte Rentenzahlung nutzen.

Künftig kann sich Bernd nicht alle fünf Jahre einen teuren Neuwagen zulegen, sondern sollte versuchen das Geld zu sparen. Auch die teuren Urlaube müsste er kostentechnisch herunterschrauben.

Alter: 45 Jahre

Rentenbeginn: 67 Jahre

Lebenserwartung: 90 Jahre

Gewünschte Jahreseinkünfte: 65.000 Euro

Ersparnisse: 5.000 €

Renditeerwartung: 6 %

Inflation: 2 %

Ersparnisse 2061 = 810.172 €

 

Beispiel 2: Die junge Frau

Wie sieht das Ganze denn bei Tina aus? Sie hat noch nichts gespart, verfügt aber über 23 Jahre mehr Zeit als Bernd, was sich enorm beim Zinseszins bemerkbar macht. Sie wird vermutlich erst mit 70 Jahren in Rente gehen können. Auch Tina rechnet mit einer Lebenserwartung von 90 Jahren und plant mit jährlichen Einkünften in Höhe von 50.000 Euro. Davon stammen 20.000 Euro aus der Rentenkasse. Rendite und Inflationsrate bleiben gleich. Um 2061 auf ein Endergebnis von 667.251 Euro zu kommen, muss sie jeden Monat 196 Euro sparen und anlegen. Das sollte für einen Normalverdiener durchaus machbar sein.

Alter: 25 Jahre

Rentenbeginn: 70 Jahre

Lebenserwartung: 90 Jahre

Gewünschte Jahreseinkünfte: 50.000 €

Ersparnisse: 0

Renditeerwartung: 6 %

Inflation: 2 %

Ersparnisse 2061 = 667.251 €

 

Beispiel 3: Der konservative Denker

Zu guter Letzt ist Alexander an der Reihe. Er braucht momentan auch nicht sonderlich viel, um ein glückliches Leben zu führen. 30.000 Euro hat er schon angespart und die gleiche Summe möchte er erhalten, wenn er mit 60 in Rente geht. Dabei rechnet er noch mit 20.000 Euro im Jahr aus der Rentenkasse. Er geht davon aus, dass er 85 Jahre alt wird. 2041 möchte er mit Ersparnissen in Höhe von 258.435 Euro in die frühere Rente gehen. Er muss dafür nur 163 Euro im Monat an den Börsen investieren, um bei der geplanten Durchschnittsrendite von 6 Prozent davon leben zu können.

Alter: 35 Jahre

Rentenbeginn: 60 Jahre

Lebenserwartung: 85 Jahre

Gewünschte Jahreseinkünfte: 30.000 €

Ersparnisse: 30.000 €

Renditeerwartung: 6 %

Inflation: 2 %

Ersparnisse 2041 = 258.435 €

 

Natürlich sind das jetzt völlig fiktive Beispiele. Keiner kann sein Leben im Voraus planen. Das Leben macht jeder Planung einen Strich durch die Rechnung. Trotzdem geben die Beispiele einige Anhaltspunkte, wie viel Du mit welchem Anspruch monatlich zurücklegen musst.

Und ja: es ist viel Geld, das jeden Monat angelegt werden muss. Hier solltest Du auch darauf achten, dass Du nicht nur für das Alter sparst, sondern auch für ein Auto, einen tollen Urlaub oder für eine neue Couch. Nur für das Alter sparen, frustriert auf Dauer. Wenn Du Dir ab und an etwas gönnen kannst, weißt Du wofür Du sparst. Dieses Geld solltest Du aber auch nicht langfristig an der Börse anlegen, sondern eher auf einem Tages- oder Festgeldkonto – abseits der nötigen Rücklage.

Wenn Du das für Dich mal durchrechnen möchtest, habe ich hier mal einige Werkzeuge vorgestellt mit denen Du die Geldanlage gut planen und umsetzen kannst. Errechne Dir doch mal Deine Rücklage und plane Deine Zukunft.

 

Über den Autor:

Daniel schreibt in seinem Blog als Finanzrocker über Geldanlage, Altersvorsorge und vieles mehr. Mit seinen beiden Podcasts über diese Themen erreicht er mittlerweile über 40.000 Hörer im Monat, die ihre Finanzen rocken wollen. 

Profilbild Finanzrocker rund

ANYONECAN feiert seinen ersten Geburtstag – ein Fazit

Heute vor einem Jahr ist ANYONECAN live gegangen. Was für ein Jahr!

Heute vor einem Jahr dachte ich, der größte Teil der Arbeit läge nun hinter mir. Schließlich hatte ich fast ein Jahr investiert, um Buch, Tutorials, Blog und Website inkl. Design und jeglichem Content hinzustellen. …. Was für ein Anfängerfehler!!

„Dieses Internet“ ist riesig und ich nur eine ganz kleine Leuchte.

Die allergrößte Herausforderung ist die Reichweite. Natürlich war mir das irgendwie bewusst. Schließlich habe ich jahrelang im Online-Umfeld gearbeitet, allerdings für eine große Firma, bei der die Reichweite nicht die primäre Herausforderung war.

Aber – mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Und so habe ich mich über nunmehr zwölf Monate vorangekämpft. Was mich unglaublich motiviert: Ich bekomme sehr viel positives Feedback. Menschen, die z.B. mein Buch „allen ihren Freunden“ empfehlen wollen. Finanzthemen sind Vertrauensthemen. Die Reichweite kommt vor allem über Weiterempfehlungen. Weiterempfohlen wird das, was gut ist. Daher mache ich nie einen Schnellschuss. Ich veröffentliche nur Content, hinter dem ich voll und ganz stehe. Manchmal ist weniger mehr. Das ist zumindest der Anspruch.

Die Deutschen und Finanzthemen? Schwierig, aber nicht verloren!

Altersvorsorge und Geldanlage sind nicht gerade die Themen, die mal eben viral durchs Netz wandern, weil alle nicht mehr können vor Lachen. Die Meisten wissen, dass sie sich damit beschäftigen sollten, schieben es aber trotzdem vor sich her. Warum? Aus meiner Sicht gibt es drei Gründe:

 
Schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit: Wer seit 10 Jahren darauf wartet, dass sein Riester-Vertrag mal ins Plus rutscht, der hat oft die Einstellung „Bringt ja eh alles nichts“.
 
Hohe Komplexität: Den Meisten erscheinen die Themen zu komplex. Die Standmitteilungen von Lebensversicherung & Co. versteht man nicht, beim Thema Aktien weiß man gar nicht, wo man anfangen soll.
 
Bequemlichkeit: Ja, etwas Zeit muss man investieren. Und im Zweifel bedeutet dies auch, dass man dem eigenen Finanz- bzw. Versicherungsberater mal ein paar kritische Fragen zu den eigenen Produkten stellen muss.
 

Die Vision meines Projektes war und ist: Ich möchte gerne, dass jeder in Deutschland in der Lage ist, seine Geldanlage und Altersvorsorge selbst in die Hand zu nehmen – unabhängig von Bank- und Versicherungsberatern. Das ist mein großes Ziel! Was es dazu braucht: Ganz konkretes Wissen – anschaulich und einfach auf dem Silbertablett serviert. Den Anfang habe ich im Laufe des vergangenen Jahres gemacht. Jetzt geht´s weiter: Im Laufe der kommenden Monate wird es auf jeden Fall noch ein weiteres Tutorial geben und neue interessante Blog-Artikel. Außerdem möchte ich weitere Videos für meinen YouTube-Kanal produzieren. Mein großer Traum wäre ein weiteres Buch. Aber dafür benötige ich viel viel Zeit.

Zur Zeit arbeite ich parallel noch als Freiberufler. Damit bestreite ich meinen Lebensunterhalt. So kann ich ANYONECAN ohne finanziellen Druck weiterentwickeln. Ich glaube das ist gerade bei dem Thema, worum es geht, von großem Vorteil.

Last but not least: Ich möchte mich bei Euch allen bedanken – für das fleißige Lesen meines Blogs, für das Anschauen meiner Videos, für Weiterempfehlungen und Likes und natürlich auch für Euer ehrliches Feedback. Danke!! Freue mich sehr auf das zweite Jahr mit Euch!!

 

Ein Tipp, den Du beachten solltest, wenn es an der Börse mal wieder anders kommt, als man denkt

Wer hätte denn tatsächlich damit gerechnet, dass bei unseren Nachbarn auf der Insel das passiert, was vor drei Tagen passiert ist? Die Börse auf jeden Fall nicht!

Die Briten haben sich gegen einen Verbleib in der Europäischen Union entschieden. Wer hätte das gedacht? Ja, man hat mal darüber nachgedacht „was wäre wenn“, als das Referendum vor einigen Monaten angekündigt wurde. Und ja, die Unsicherheit darüber hat sich in den letzten Monaten auch an den Kapitalmärkten gezeigt. Ein Hin- und Her, keine klare Richtung, die Börsen dieser Welt in Lauerstellung. Allgemeine Unsicherheit.

Dann ist vor 10 Tagen was passiert: Es ging deutlich bergauf. Der DAX – der deutsche Aktienindex – hat in der Woche vor dem Referendum mal eben knapp 10 Prozent gut gemacht. Einfach so? Gab es irgendwelche positiven Wirtschaftsdaten? Nein! Aber eine Entscheidung der Briten FÜR den Verbleib in der EU wurde „eingepreist“. Eingepreist bedeutet: Die Mehrzahl derjenigen, die in den DAX investieren, hat fest damit gerechnet, dass die Briten dabei bleiben.

War das rational? Teilweise! Zu dem Zeitpunkt wurden die ersten Umfrageergebnisse veröffentlicht, die besagten, dass das Wahlverhalten „wohl“ für einen Verbleib spricht. Die Ersten sind also wieder eingestiegen in den Aktienmarkt und haben kräftig investiert. Das führt zu steigenden Kursen.

Und dann passiert Folgendes: Der Mensch ist ein Herdentier. Auch andere Investoren haben die Umfrageergebnisse zur Kenntnis genommen, waren aber noch immer skeptisch. D.h. sie standen zögerlich an der Seitenlinie. Nun sehen sie auf die anziehenden Kurse und fühlen sich bestätigt:

„Na wenn die Börse schon anzieht, dann ist der Fall ja klar“. Also rein mit der Kohle in den Aktienmarkt! Schließlich möchte man ja nichts verpassen.

Genau diese Leute entfachen weiter die Kurse und sorgen dafür, dass irgendwann auch noch nahezu der letzte Zweifler überzeugt ist und einsteigt

Und dann? Bumm! Es kommt anders als man denkt! All die schlauen Leute lagen falsch.

Und was ist eigentlich mit der hochgelobten Schwarmintelligenz? Manchmal wird daraus leider auch „Gemeinsam sind wir dümmer“.

Die Briten haben also für den Austritt gestimmt. Brexit! Die Kurse der Weltbörsen sind am Tag nach dem Referendum abgestürzt. Hätten vorher nicht so viele an den Verbleib geglaubt, wäre es auch nicht zu diesem Crash gekommen. Ein Crash kann nur passieren, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Es kam also wieder mal anders, als alle bzw. die Meisten gedacht haben.

Die große Frage nun: Wie geht’s weiter? Was die Börsen betrifft: Ich weiß es nicht. Keiner weiß das ganz genau.

Der wichtigste Tipp aus meiner Sicht: Ruhe bewahren, bloß nicht in blinden Aktionismus verfallen.

Warum? Das liest Du in meinem Blog-Artikel „Börsencrash in China! Ja und?“, den ich vor einigen Monaten veröffentlicht habe.

PS: Auch ich war übrigens Teil dieser Schwarmintelligenz. Auch mich hat das Votum für den Brexit nach der Stimmung der letzten ein, zwei Wochen ehrlich gesagt überrascht. 😉

 

Warum wir auf Garantien pfeifen und stattdessen vermeintlich risikoreicher anlegen sollten

Wir Deutschen lieben die Sicherheit. Auf dem Tagesgeldkonto gibt es so gut wie keine Zinsen. Bei vielen Vorsorgeprodukten sind die Renditen – wenn überhaupt vorhanden – minimal. Wir akzeptieren das. Unser oberstes Ziel ist die Bestandssicherung. Die Option, unser Geld vermeintlich risikoreicher anzulegen und damit die Chance auf eine höhere Rendite zu erhöhen, die blenden wir leider zu oft aus. Das ist schade!

Der Leitzins ist in Europa auf einem historischen Tiefstand. Die Folge: Für unser Geld bekommen wir so gut wie keine Zinsen mehr.

Auf unserem Tagesgeldkonto wird uns das regelmäßig vor Augen geführt. Gab es vor einiger Zeit vielleicht noch zwei- bis dreistellige Eurobeträge pro Jahr, kann man heute froh sein, wenn man sich von den Zinsen vielleicht gerade noch ein paar Kugeln Eis kaufen kann. Irgendwie gewöhnen wir uns daran. Ist halt so. Und in erster Linie geht’s ja auch darum, wenigstens kein Kapital zu vernichten.

Wir merken das auch bei unseren Versicherungsprodukten für die Altersvorsorge. Da ist es nur nicht ganz so plakativ. Versicherungen arbeiten leider nur selten mit Rendite-Kennziffern. Meistens stehen auf den jährlichen Standmitteilungen immer nur absolute Zahlen. Fühlt sich ganz gut an, sagt aber leider nichts aus.

Problematisch wird es bei den Altersvorsorgeprodukten, die Garantien (feste Auszahlungssummen) bieten. So z.B. die Riester-Rente mit einer sogenannten „Beitragsgarantie“. Beitragsgarantie bedeutet, dass man mindestens die Summe der Beiträge heraus bekommt, die man eingezahlt hat.

Oder die klassische Lebensversicherung: Diese zahlt einem – heute neu abgeschlossen – 1,25 Prozent „Garantiezins“ pro Jahr. So wie es im Moment aussieht, wird sich dieser Garantiezins wohl schon sehr bald in Richtung 0,9 Prozent bewegen.

Die Garantien sind das größte Übel von Riester & Co. Denn sie sind der Grund, warum die dahinter stehenden Versicherungen sich nicht trauen, das Geld besser anzulegen. Um in jedem Fall die versprochenen Garantien zu erwirtschaften, wird konservativ – sprich in festverzinsliche Papiere – angelegt.

 

ZWEI SCHLAGENDE ARUMENTE, WARUM WIR AUF GARANTIEN PFEIFEN SOLLTEN:

1. Die Inflation schmälert die Garantie

Beispiel Riester-Vertrag: Er garantiert einem mindestens die Rückzahlung der eingezahlten Beträge in Form einer garantierten Rente. Was jedoch dabei nicht außer Acht gelassen werden darf: Eine heute garantierte Rente von – sagen wir – 200 Euro monatlich ist in vierzig Jahren (bei Renteneintritt) bei einer Inflation von nur durchschnittlich einem Prozent (was niedrig ist!) nur noch 134 Euro wert.

Nochmal dreißig Jahre weiter – man muss ja davon ausgehen, dass man alt wird -, kann man sich von den 200 Euro monatlich nur noch Waren im Wert von 100 Euro kaufen. Es wird also immer weniger. Und klar, 100 Euro sind immerhin 100 Euro. Tatsache ist jedoch: Wenn das eigene Wohl und Wehe später von diesen 100 Euro abhängt, dann ist man wahrscheinlich ein Fall für die Grundsicherung – also das, was der Staat einem mindestens zum Leben zur Verfügung stellt. Da auch die Riester-Rente angerechnet wird, hätte man sich das Sparen in diesem Fall „sparen können“.

2. Investiert man in Anlagen mit einer höheren Rendite, hat man auch einen größeren Puffer

Höhere Renditen gibt’s zum Beispiel am Aktienmarkt. Vielleicht gehörst Du zu denjenigen, bei denen sofort die Alarmglocken angehen. Aktien! Um Gottes Willen! Viel zu spekulativ!

Ich bin ein großer Freund von Aktien – genauer gesagt von einer Anlage in breit gestreuten börsengehandelten Indexfonds (sogenannten ETFs). Die Vorteile und wie man auch als Laie damit für später vorsorgen kann, das habe ich in zwei, drei anderen Blog-Artikeln bereits beschrieben:

Für später vorsorgen mit Indexfonds

Leute, kauft Aktien!

Die böse Börse

Worum es mir heute geht: Ich möchte gerne einmal aufzeigen, was bei einer Anlage in Aktien theoretisch schief laufen muss, dass man langfristig gesehen mit garantieren Renten-/Auszahlungshöhen besser fährt:

Hierzu vergleiche ich einmal die Performance einer breit gestreuten Aktienanlage (Sparplan auf einen Indexfonds) mit den Garantiewerten einer Riester-Versicherung und einer klassischen Lebensversicherung.

 

Als Beispiel wähle ich eine Sparsumme von 150 Euro pro Monat, 40 Jahre lang.

Garantierter Endwert der Riester-Versicherung (Beitragsgarantie):                      72.000 Euro

Garantierter Endwert der Lebensversicherung (0,9 Prozent Garantiezins):          86.625 Euro

Endwert einer breit gestreute Anlage in Aktien-Indexfonds (z.B. auf den

Weltindex MSCI World – konservative Wertentwicklung: 6 Prozent p.a.):                 287.625 Euro

 

Steuerliche Aspekte habe ich hier – um es zu vereinfachen und weil man auch gar nicht weiß, wie die Steuergesetze in 40 Jahren aussehen – außer Acht gelassen.

Die Unterschiede sind – wie man sieht – beträchtlich. Und jetzt wirst Du vielleicht sagen: Das ist ja alles gut und schön. Aber was ist mit der Schwankungsanfälligkeit von Aktien?

Fatal wäre der Fall, dass man kurz vorm Renteneintritt noch einmal einen großen Börsen-Crash mitnimmt. Hätte man mal doch lieber Riester oder Lebensversicherung gewählt – mit den festen Garantiewerten. Oder etwa nicht? Leider nicht!

Mit der Aktienanlagen wäre man höchstwahrscheinlich immer noch besser gefahren: Bei dieser hätte man – um mindestens den Garantiewert von Riester zu halten, einen Crash von 75 Prozent vertragen können. Um auf den Garantiewert der Lebensversicherung zu kommen, hätte man immerhin noch einen Crash von knapp 70 Prozent vertragen können. Nur mal für die Dimension: Die beiden historischen Börsencrashs von 2000 bzw. 2007 haben – in der Spitze – einen Rückgang von 51 bzw. 59 Prozent bedeutet.

Zwei Punkte darf man zudem hierbei nicht vergessen:

Punkt 1: Nicht sein gesamtes Aktienvermögen benötigt man sofort. D.h. man könnte den Crash im besten Fall aussitzen (Nach den beiden historischen Börsen-Crashs des vergangenen Jahrzehnts hätte man nach sechs bzw. sieben Jahren die Vor-Crash-Höchststände wieder erreicht).

Punkt 2: Im Idealfall hätte man sich vorher schon abgesichert: Nähert man sich nämlich dem eigenen Ruhestand und möchte man auf das Kapital zurückgreifen, sollte man rechtzeitig anfangen, Stück für Stück auszusteigen, d.h. Anteile zu verkaufen und in Cash umzuwandeln.

Du siehst also, der Puffer einer breit gestreuten Aktienanlage ist ganz schön groß. In gewisser Weise ist das eine Art Absicherung – allerdings nicht um den Preis miserabler Renditen. Denn im Idealfall läuft alles gut, und man sitzt zum Renteneintritt auf einem ordentlichen Polster.

Und zu guter Letzt: Das Ganze ist nur EIN Denkanstoß FÜR die Aktienanlage und GEGEN Riester & Co. Weitere Denkanstöße findest Du auf meinem Blog bzw. auf meinem YouTube-Kanal.

 

Warum die Börse auch ein Spiel sein kann

Diese Woche war ich im betahaus, einem Co-Working-Space in Hamburg, und habe die Macher von Neon Trading auf eine NEON-Brause getroffen. Ein Gespräch über Aktien, die Deutschen und das Spiel!

 

Auf eine Brause mit Neon Trading

Wer seid Ihr?

Wir sind Thomas Pischke, Marco Cancellieri und Christian Hecker, die Gründer von Neon Trading.

Was ist Neon Trading?

Neon Trading ist eine mobile App zum Handeln von Wertpapieren, die versucht, alle Funktionen eines Online-Brokers aufs Handy zu bringen. Das Ziel: Wir wollen damit die Komplexität derzeitiger Angebote reduzieren und das Thema Börsenhandel verständlich machen für Einsteiger bzw. die junge Generation.

Wie kamt Ihr auf die Idee?

Wir kommen alle aus dem FinTech-Bereich bzw. dem Investment-Banking. Wir haben selber am eigenen Leib erfahren, dass es für Neulinge, die z.B. in Aktien investieren oder für später vorsorgen möchten, kein Einsteigerprodukt gibt. Dabei liegt das doch auf der Hand, dass viele Menschen wenig Ahnung vom Kapitalmarkt haben und sich erst an das Thema herantasten müssen!
So ist die Idee für Neon Trading entstanden, und wir haben die App entwickelt, die man im Börsenspiel testen kann. Hört sich alles ganz einfach an.  Der Weg vom ersten Prototypen bis zur fertigen App war allerdings ein langer Weg. Schließlich geht’s irgendwann mal um das Geld unserer Nutzer, und da muss die Qualität der App einfach stimmen.

Was macht Ihr besser als herkömmliche Broker?

Unser Fokus ist die Verständlichkeit. Alles, was es unnötig komplex macht, haben wir versucht, gnadenlos zu vereinfachen. Außerdem geben wir unseren Nutzern Wissens-Features an die Hand und sorgen so dafür, dass sie auch verstehen, was sie da machen. Dazu ist unser Produkt ausschließlich mobil und zeigt kostenlos Live-Daten (Kurse etc.) an – somit kann jedermann immer an den Märkten dabei sein, wie ein Profi.

Nun habt Ihr Euch für einen besonderen Weg entschieden: Ihr schiebt die App nicht sofort in den Markt, sondern startet zunächst mit einer spielerischen Variante.

Ja, genau: Wir starten zunächst mit einem Börsenspiel ab 25.04. Unsere Nutzer können sich so an das Thema Kapitalmarkt herantasten, ohne richtiges Geld einzusetzen. Es besteht also überhaupt kein Risiko. Für uns hat es den Vorteil, dass wir die App in aller Ruhe testen und das Produkt gemeinsam mit dem Nutzer weiterentwickeln können. Unsere Vision ist es natürlich, irgendwann zusammen mit einem Bank-Partner das Ganze in die „reelle Welt“ zu tragen – d.h. dass unsere Nutzer dann auch mit richtigem Geld handeln können.

Das ist keine schlechte Idee, die Leute mit einem Börsenspiel ohne echtes Geld an das ganze Thema heranzuführen. Die Deutschen haben ja typischerweise große Angst davor. 95% der unter 30-Jährigen besitzen überhaupt keine Aktien/Fonds o.ä. Woran liegt’s?

Vielen Leuten ist eigentlich bewusst ist, dass sie Geld anlegen sollten, d.h. sie sehen die Chancen. Dennoch reduzieren sie das Thema Kapitalmarkt und Aktien zu allererst nur auf die Risiken und haben Angst, schnell ganz viel Geld zu verlieren. Die jetzigen Angebote lassen den Einsteiger alleine und erklären ihm nicht, wie eine ausgewogene, langfristige Strategie aussehen kann – geschweige denn, wie die Kapitalmärkte funktionieren. Genau da möchten wir ansetzen: Investieren, Aktien und Co. verständlich machen und den Zugang hierzu drastisch vereinfachen.

Ihr kommt nicht aus Hamburg. Da Ihr jedoch ins Accelerator-Programm der comdirect aufgenommen wurdet, bekommt Ihr Räumlichkeiten im betahaus zur Verfügung gestellt und wohnt in einer WG direkt nebenan. Wie funktioniert das Zusammenleben/-arbeiten Tag und Nacht?

Insgesamt sind wir ein Team von 5 Leuten, da kann es schon mal eng werden. Dennoch sind wir als Gruppe stark zusammengewachsen. Wenn man nicht nur über die nächste Funktion der App diskutiert, sondern auch über die Kochkünste unseres Italieners Marco, dann kommen einem beim Nudeln-Essen manchmal die tollsten Ideen. Spaß beiseite! Es ist schon beeindruckend zu sehen, was in den letzten sechs Monaten entstanden ist. Im September haben wir mit einem leeren Blatt Papier angefangen. Und jetzt sitzen wir hier in Hamburg – seit dieser Woche ist unsere App draußen und am kommenden Montag, den 25.04., beginnt schon unser Börsenspiel. Wahnsinn!

Dann mal toi, toi, toi!!

PS: App heruntergeladen. Sieht gut aus! Ich bin dabei! Macht alle mit und nähert Euch spielerisch dem Thema Börse. Dazu gibt es noch tolle Preise. Das Börsenspiel startet am kommenden Montag (25. April). Hier geht’s zu App: http://go.neontrading.com

Für später vorsorgen mit Indexfonds

Jeder weiß, dass das Geld im Alter knapp wird. Von der staatlichen Rente ist nicht mehr allzu viel zu erwarten – und Riester & Co. bringen auch nicht das, was einem mal versprochen wurde. Bei der Bank gibt’s praktisch keine Zinsen mehr. Was also tun? Warum nicht mal mit der Alternative Indexfonds beschäftigen?

Bei vielen von uns gehen die Alarmglocken an, wenn es um Themen wie Aktien und Börse geht. Wir denken an wilde Spekulationen und erinnern uns vielleicht noch zu gut an die beiden großen Börsen-Crashs des vergangenen Jahrzehnts. Was wir außer Acht lassen:

Langfristig betrachtet ist eine breit gestreute Anlage in Aktien nicht nur eine rentable, sondern vor allem sehr solide Anlageform.

Das beweist ein Blick in die Geschichte: Wer in den vergangenen 100 Jahren Aktien von internationalen Unternehmen besessen hat, hat durchschnittlich zwischen sieben und acht Prozent pro Jahr (!) verdient und zudem Wirtschaftskrisen, Kriege und Währungsreformen – trotz vorübergehender Kurseinbrüche – unbeschadet überstanden.

Zwei Dinge müssen dabei allerdings unbedingt beachten werden:

  • Der Zeithorizont sollte mittel- bis langfristig sein (10-15 Jahre), um vorübergehende Kurseinbrüche ausgleichen zu können
  • Man sollte als Laie niemals in Einzelwerte investieren, sondern die Anlage immer über viele Unternehmen/Branchen/Länder breit streuen

Automatisch breit streuen kann man über einen sogenannten Indexfonds (oder auch ETF – Exchange Traded Fund genannt).

Ein Indexfonds bildet einen Aktienindex nach. Kauft man diesen z.B. auf den DAX, bildet er den DAX eins zu eins ab und ist an seine Entwicklung gekoppelt. Da im DAX 30 große deutsche Unternehmen enthalten sind, kauft man automatisch alle 30 Unternehmen. Die Anlage ist damit breit gestreut und das Risiko verteilt, ohne dass man sich selbst viele Gedanken dazu machen muss.

Möchte man noch breiter streuen und nicht nur vom Wohl und Wehe der deutschen Wirtschaft abhängig sein, kauft man gleich einen Indexfonds auf z.B. den breiter aufgestellten Weltindex MSCI World.

Ein Indexfonds ist also ein optimales Instrument, um auch als Laie an den Erfolgen des Aktienmarktes teilhaben zu können.

Das Schöne daran: Für das simple Nachbilden des Index braucht es keine hochbezahlten Fondsmanager. Die Kosten sind daher gering. So gut wie nichts von der erwirtschafteten Rendite wandert also in fremde Taschen. Auf lange Sicht macht das in Bezug auf die Wertentwicklung einen GEWALTIGEN Unterschied aus.

Wie geht man das Thema nun an?

 

Schritt 1: Depot eröffnen

Um regelmäßig mit einem Indexfonds für später vorzusorgen, eröffnet man zunächst ein Depot – am besten kostengünstig bei einer Direktbank.

 

Schritt 2: Sparplan einrichten

Für dieses Depot richtet man einen sogenannten Sparplan ein. Dieser Sparplan investiert automatisch Monat für Monat einen einmal festgelegten Betrag in den jeweiligen Indexfonds. Das hat einen großen Vorteil: Man muss sich nicht ständig den Kopf darüber zerbrechen, ob gerade jetzt ein guter Zeitpunkt ist, um zu investieren. Das macht der Sparplan ganz automatisch. In guten (teuren) Zeiten kauft er weniger Anteile, in schlechten (billigen) Zeiten mehr Anteile des Indexfonds. Vorsicht mit den Kosten: Pro Ausführung zahlt man sogenannte Ordergebühren. Diese unterscheiden sich von Bank zu Bank teilweise deutlich.

 

Schritt 3: Rechtzeitig aussteigen

Aktienmärkte können teilweise stark schwanken. Auch ein Indexfonds auf einen Aktienindex muss – will man solide vorsorgen – immer mittel- bis langfristig betrachtet werden (10-15 Jahre). Dazu gehört, dass man – je näher man dem eigenen Ruhestand kommt – den „Einstieg in den Ausstieg“ vornimmt, also Stück für Stück Anteile am Indexfonds verkauft und z.B. aufs Tagesgeldkonto legt. So geht man sicher, dass man später immer liquide bleibt – auch wenn die Aktienmärkte am Boden liegen, wenn man in Rente geht.

Und zu guter Letzt: Das Besparen eines Indexfonds wird einem als Vorsorgealternative vom Bank- oder Versicherungsberater nur selten vorgeschlagen. Das hat vor allem einen Grund: Der Berater verdient daran so gut wie nichts. Es gibt kein großes Potenzial für Provisionen. Indexfonds kauft man ohne Ausgabeaufschlag, und die Gebühren sind gering.

Wenn das Ganze immer noch interessant für Dich ist, möchte ich Dir an dieser Stelle noch einmal mein Buch empfehlen: In diesem sind die ganz konkreten Schritte detailliert erklärt – alles ist einfach und ganz anschaulich dargestellt.

Wenn Dir mein Blog, meine Website und/oder mein YouTube-Kanal gefällt, würde es mich freuen, wenn Du es weiterempfiehlst!

Und jetzt würde ich mich VOR ALLEM freuen, wenn Du mit dem Thema „Indexfonds“ loslegst und Dir damit eine solide Basis für später aufbaust!
 

ANYONECAN.DE jetzt auch auf YouTube

Der nächste Schritt ist getan: ANYONECAN gibt es jetzt auch auf YouTube!

Mein Ziel ist es, Dich fit zu machen rund um das Thema „Persönliche Finanzen“. Du sollst nicht nur in der Lage sein, Deine Geldanlage und Altersvorsorge in die eigenen Hände zu nehmen – sonder auch, was die finanziellen Herausforderungen des täglichen Lebens betrifft, spielerisch zu einem Profi werden.

Hierfür habe ich vor einigen Tagen meinen YouTube-Kanal gelauncht

Warum YouTube? Finanzen wird allgemein als trockenes und komplexes Thema wahrgenommen. Das ist schade!! Oberstes Ziel meines Projektes ANYONECAN.DE war und ist es, alle Inhalte so anschaulich und einfach wie möglich rüber zu bringen. Ein YouTube-Kanal ist daher der nächste logische Schritt.

Auf diesem wird es in Zukunft im Wochenrhythmus – hoffentlich artet das nicht in Stress aus 😉 – kurze Filme geben mit Tipps und Hacks rund um Deine Finanzen, mit Hintergrundwissen zu wirtschaftlichen Zusammenhängen und allem Möglichem, was mir sonst noch so einfällt, um was für die finanzielle Bildung in Deutschland zu tun.

„Neuland“ für mich, aber super spannend! …… Würde mich freuen, wenn Du dabei bist und meinen Kanal abonnierst!

 

1x Rente bitte! Die große Portion!

Seit heute liegt mein Buch „1x Rente bitte! Die große Portion! Heute richtig vorsorgen – anschaulich und einfach erklärt“ im Buchhandel. An den Weltbörsen kracht es gerade mal wieder so richtig. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt also, um ein Buch herauszubringen, in dem es darum geht, dem „Normalbürger“ die Altersvorsorge mit Aktien näher zu bringen. ….. Oder etwa nicht?

Heute ist ein großer Tag für mich und mein Projekt ANYONECAN.DE. Mein Buch „1x Rente bitte! Die große Portion!“ gibt es seit heute als „richtiges“ gedrucktes Buch im Buchhandel. Unabhängig davon, ob es sich in den nächsten Monaten gut verkauft oder nicht: Alleine die Tatsache, es als fertiges Werk in den Händen zu halten, ist schon ein tolles Gefühl. Schließlich ist sehr viel Herzblut und eine Menge Arbeit dort hinein geflossen.

Und N-A-T-Ü-R-L-I-C-H wünsche ich mir, dass es sich auch gut verkauft. Und dabei geht es mir nicht primär ums Geldverdienen – wer die Honorare für Autoren kennt, der kann sich leicht ausrechnen, dass ich bei dem aufgerufenen Preis Unmengen verkaufen müsste. Es geht mir vor allem darum: Ich möchte gerne, dass es zumindest jeder JUNGE Mensch mal liest. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich damit dazu beitragen kann, dass es den jungen Menschen von heute als Rentner einmal besser geht.

Nun ist es also da! Insgeheim habe ich mir natürlich gewünscht, dass die positive Stimmung an den Kapitalmärkten anhält und ganz Deutschland im Börsenfieber ist. Es kommt aber – wie übrigens fast immer an der Börse – ganz anders als man denkt: Die letzten Wochen waren verheerend. Dax und Co. sind abgetaucht. Und es mehren sich die Experten-Stimmen, die ein düsteres Bild zeichnen.

Auf der letzten Seite meines Buches habe ich folgende vier Sätze geschrieben:

„ Keiner weiß, wie es um die Verfassung der Weltbörsen steht, wenn dieses Buch veröffentlicht wird. Es ist aber auch völlig egal! Egal ob diese gerade gen Himmel schießen oder am Boden liegen, tun Sie mir einen Gefallen: Legen Sie Stück für Stück los!“

Als hätte ich es geahnt (das habe ich natürlich nicht! ;-)). Warum es aber tatsächlich vollkommen egal ist – hier noch einmal kurz umrissen:

Das Auf und Ab der Börse? ….Bitte ausblenden!

Regel Nr. 1: Immer breit streuen! Investiert man nur in eine Aktie, dann kann es schon mal sein, dass die dazugehörige Kursentwicklung nur eine Richtung kennt – und zwar nach unten! Und das im Zweifel solange, bis das betreffende Unternehmen abgewickelt wird. Investiert man breit gestreut verbunden mit einem längerfristigen Zeithorizont (Regel Nr. 2), dann können einem vorübergehende – auch mal starke – Schwankungen egal sein.

Und trotzdem lassen wir uns von den Kursentwicklungen regelmäßig verunsichern. Das hat was mit der Transparenz der Börse zu tun: Minutengenau können wir die Kurse verfolgen und uns anschauen, wie viel die Unternehmen, in welche wir investiert haben, wert sind. So etwas kann übrigens auch zur Sucht werden!

Bei vielen anderen Investments sieht das ganz anders aus: Bei Immobilien z.B. machen wir uns im Zweifel 30 Jahre lang keine große Gedanken über den aktuellen Wert. Warum? Weil einfach nicht täglich ein aktualisiertes „Preisschild“ dransteht.

Das richtige Timing für den Ein- und Ausstieg erwischen? ….Vergesst es!

Nicht mal Profis schaffen es, eine Aktie oder einen Fonds auf dem niedrigsten Stand zu kaufen und auf dem höchsten Stand zu verkaufen. Wie soll es einem dann als normaler Privatanleger gelingen? Wenn es dann doch mal gelingen sollte, dann hat das nichts mit Können zu tun, sondern einfach mit Glück. Auch wenn wir uns in dem Fall natürlich gerne auf die Schulter schlagen: „Mensch, was hatte ich doch wieder für einen guten Riecher!“ Wenn es daneben geht, war es logischerweise Pech! 😉

Sich unnötig Gedanken zu machen über das richtig Timing umgeht man, indem man einfach Stück für Stück loslegt (also kauft) und irgendwann Stück für Stück wieder aussteigt (also verkauft). So bekommt man gute Durchschnittswerte. Das war Regel Nr. 3!

Kurzum: Breit streuen, mit einem längerfristigen Zeithorizont kalkulieren und schrittweise kaufen bzw. verkaufen.

Klingt ganz einfach und logisch – und das ist es auch. In meinem Buch gibt´s das alles noch mal zum Nachlesen bzw. Nachmachen – und zwar so einfach dargestellt, dass es auch jeder Laie versteht.

So! Und jetzt muss ich erst mal Kurse checken! 😉 😉

Ein Neujahrsvorsatz, der Dich finanziell erfolgreich macht

Ein Vorsatz, der Dich finanziell erfolgreich macht – und den Du in vier einfachen Schritten umsetzen kannst. Geht nicht? Doch! Geht!

Vorsätze für ein neues Jahr sind wichtig: Sie lassen uns den Dezember – diesen glühweingetränkten, hochkalorischen, konsumfreudigen Monat – ohne schlechtes Gewissen überstehen. Im neuen Jahr wird alles besser!

Heute ist der 21. Januar. Na? Schon drei Kilo abgenommen? Gehst Du noch ins Fitnessstudio? Liegen die Zigaretten immer noch in der hintersten Schublade („nur für den Notfall“)? Ja, ich weiß – alles nicht so einfach!

Das Problem mit diesen Vorsätzen ist doch immer diese Langwierigkeit. Natürlich können wir zwei Tage mal wenig essen oder mal eine Woche auf Zigaretten und Alkohol verzichten. Aber nachhaltig ist es ja eigentlich nur, wenn wir durchhalten. D-U-R-C-H-H-A-L-T-E-N – alleine dieses schreckliche Wort!!

Schön wäre es, wenn es Vorsätze gäbe, deren Erledigung einen Tag in Anspruch nähme. Oder am besten nur wenige Stunden. Ich versuche es mal: Wie wäre es z.B. mit dem Thema Altersvorsorge?

Sich um seine Altersvorsorge kümmern – auch das ist bei vielen immer wieder ein typischer Vorsatz für das neue Jahr. Auch diesen schieben wir gerne – immer nach dem gleichen Muster – vor uns her: „Ja, ich weiß, ich muss mich kümmern. Aber ich weiß eigentlich gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Irgendwie erscheint mir die ganze Materie als ziemlich komplex. Meinen Bank-/Versicherungsberater fragen? Um Gottes Willen! Dann habe ich den im Wochenrythmus an der Backe. Und irgendwann unterschreibe ich womöglich noch irgendetwas – nur damit der Ruhe gibt.“

Der Plan:

Ich nehme Dich jetzt an die Hand – wenn das ok ist 😉 – und arbeite mit Dir zusammen diesen Vorsatz Stück für Stück ab.

 

  • Step 1: Hier erkläre ich Dir zunächst, warum es so wichtig ist, dass Du diesen Vorsatz nicht von Jahr zu Jahr schiebst (Dauer: 3 Minuten)
  • Step 2: Schau Dir als nächstes mein Tutorial „Monatlich Geld anlegen für später“ an. In diesem erfährst Du ganz anschaulich dargestellt, wie Du mit einem einfachen Modell Deine Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen kannst (ganz ohne teure Berater). Als treuer Abonnent meines Newsletters bzw. Leser meines Blogs erhältst Du hier einen 50%-Rabatt auf dieses Tutorial (17 statt 34 Euro). Dieser Rabatt ist nur abrufbar bis einschließlich kommenden Sonntag (Grund: s. Step 1! ;-)). Da Du nicht die Katze im Sack kaufen sollst, gibt es eine 30 Tage Geld-zurück-Garantie. (Dauer des Tutorials: 37 Minuten)
  • Step 3: Jetzt musst Du das Erlernte nur noch umsetzen (Dauer: ca. 1 Stunde)
  • Step 4: Zurücklehnen

 

Du siehst also: Wenn Du nur ca. ZWEI Stunden Zeit investierst, kannst Du an diesen Vorsatz einen Haken machen – und hättest sogar noch Zeit fürs Fitnessstudio!!

 

LOS GEHT´S MIT STEP 1:

Warum ist es denn eigentlich so wichtig, dass Du das Thema Altersvorsorge nicht von Jahr zu Jahr schiebst? Ganz einfach: Je früher Du anfängst, desto besser. Denn: Du nutzt die Kraft des Zinseszins-Effektes.

Legst Du nämlich heute 1000 Euro an und erhältst dafür 5 Prozent Zinsen, liegen da nach einem Jahr schon 1050 Euro. Wenn Du diese 50 Euro Gewinn nicht verjubelst, sondern wieder mit anlegst, wird auch dieser Betrag im Folgejahr verzinst. Das ist dann der sogenannte Zinseszins. Das macht ja den Kohl nicht fett, wirst Du jetzt sagen.

Langfristig betrachtet macht der Zinseszins-Effekt jedoch einen gewaltigen Unterschied:

Nehmen wir an, Du legst langfristig – sagen wir bis zu Deinem 65. Lebensjahr – 100 Euro pro Monat zur Seite und erwirtschaftest damit durchschnittlich 5% Zinsen bzw. Rendite pro Jahr.

Startest Du mit 20 Jahren, legst Du in 45 Jahren insgesamt 54.000 Euro zur Seite, erwirtschaftest 142.830 Euro Zinsen und kommst auf einen Endbetrag von insgesamt 196.830 Euro.

Startest Du mit 30 Jahren, legst Du in 35 Jahren insgesamt 42.000 Euro zur Seite, erwirtschaftest 69.320 Euro Zinsen und kommst auf einen Endbetrag von insgesamt 111.320 Euro.

Startest Du mit 40 Jahren, legst Du in 25 Jahren insgesamt 30.000 Euro zur Seite, erwirtschaftest 28.824 Euro Zinsen und kommst auf einen Endbetrag von insgesamt 58.824 Euro.

Du siehst also: Der Unterschied bei dem Betrag, den Du zur Seite legst, ist gar nicht so groß. Schaut man sich allerdings den Betrag an, der am Ende zusammengekommen ist, dann ist der Unterschied gewaltig.

Daher: Nicht noch länger warten! Gehe jetzt direkt zu Step 2 und lerne in meinem Tutorial einfach und anschaulich, wie Du das Ganze angehst.

Viel Erfolg!!