Was die VW-Abgas-Affäre mit einer wichtigen Börsenregel zu tun hat

Genial! Die Digitalisierung ist in der deutschen Autoindustrie angekommen!

Ich weiß gar nicht, was immer alle haben. Immer heißt es: „Unsere heimische Autoindustrie muss sich angesichts der neuen Konkurrenz von Tesla, Google & Co. warm anziehen.“ Immer wieder steht die Warnung im Raum: „Wenn die deutsche Industrie nicht Gas gibt mit der Digitalisierung, werden wir ganz schnell ins Hintertreffen geraten.“

Dabei sind deutsche Autobauer doch ganz vorne mit dabei! Gerade haben es Ingenieure von Volkswagen geschafft, eine hochkomplexe Software zu bauen. Einfach gesagt: Diese Software merkt, ob es der Eigentümer des Autos oder der TÜV-Prüfer ist, der gerade am Steuer sitzt. Sie regelt dann dementsprechend den Gestank runter. Die Abgaswerte werden gemäß der Richtlinien eingehalten. Ist doch Wahnsinn, was die Digitalisierung bringen kann! So wird NUR durch ein paar Zeilen Code aus einem Diesel ein Clean-Diesel!

Spaß beiseite! Das Ganze stinkt im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel. Volkswagen hat mal so richtig Schei…. gebaut! Die Schuldigen sind noch nicht ausgemacht, der Schaden ist da. Als erstes merken so etwas immer die Aktionäre. Die Börse reagiert sofort. Gestern hat die VW-Aktie auf einen Schlag über 20 Prozent verloren. Heute sieht es ähnlich aus. Milliarden an Börsenwert wurden binnen weniger Stunden vernichtet. Hohe Strafzahlungen drohen. Ganz zu schweigen vom langfristigen Image-Schaden. Die einstige deutsche Vorzeigefirma wird lange brauchen und viel Geld investieren müssen, um das wieder wettzumachen.

Was die VW-Aktionäre betrifft: Wohl dem, der eine der wichtigsten, wenn nicht sogar DIE wichtigste Börsenregel strikt beachtet hat:

Niemals alle Eier in einen Korb legen! Mit anderen Worten: Bei Investments in Aktien immer breit streuen.

Volkswagen ist hierfür ein Beispiel wie aus dem Lehrbuch: Vermeintlich eine grundsolide Firma mit qualitativ hochwertigen Produkten. Sicher, ein Auto von Volkswagen ist vielleicht nicht immer das absolute Objekt der Begierde, aber es sind auf gar keinen Fall Autos, die man kategorisch bei der Kaufentscheidung ausschließt. Die Firma selbst hat eine breite Produktpalette, ist innovativ (hüstel) und international gut aufgestellt. Eine Firma also, in die es sich lohnt zu investieren.

Und was ist? Ein paar Verantwortliche haben erstens einen großen Fehler gemacht und zweitens die Spitzfindigkeit ausländischer Behörden unterschätzt. Das so etwas passiert, kann man als Aktionär niemals voraussehen. Es ist halt einfach Pech.

Was also konkret tun? Ist man Fan der Automobilindustrie und der Meinung, dass die Branche insgesamt gute Aussichten hat, kauft man einfach einen sogenannten Indexfonds auf diese Branche.

Dieser Indexfonds bündelt dann viele Unternehmen unter einem Dach. Die Abhängigkeit von nur einem Unternehmen wird verringert.

 

Ein Indexfonds ist ein super Anlagevehikel, denn er bringt einige Vorteile mit sich:

  • Die Möglichkeit, Aktien zu kaufen, ohne sich mit Einzeltiteln zu beschäftigen
  • Eine automatische breite Streuung über viele Titel (das Risiko wird so minimiert)
  • Weil der Indexfonds einfach den zugrundeliegenden Index nachbildet, benötigt man keine teuren Fondsmanager (d.h. die jährlichen Verwaltungskosten sind sehr günstig – keiner verdient mit)
  • Weil börsengehandelt, sind sie jederzeit günstig zu kaufen und verkaufen

 

Ich persönlich übrigens würde für den Automobilsektor diesen Indexfonds kaufen (ACHTUNG: Das ist KEINE Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes!!):

ISHARES STOXX EUROPE 600 AUTOMOBILES & PARTS (WKN: A0Q4R2)

Das ist ein Index, der die 600 größten europäischen Automobil- und entsprechenden Zuliefererfirmen abbildet. Damit ist man breit aufgestellt. Der Volkswagen-Schock von gestern kann einem dann erst einmal egal sein, und man ist dabei, wenn irgendwann die Früchte der Digitalisierung auch in der Automobilindustrie zu ernten sind – also der richtigen Digitalisierung und nicht der, die zum Himmel stinkt! 😉