Warum die Börse auch ein Spiel sein kann

Diese Woche war ich im betahaus, einem Co-Working-Space in Hamburg, und habe die Macher von Neon Trading auf eine NEON-Brause getroffen. Ein Gespräch über Aktien, die Deutschen und das Spiel!

 

Auf eine Brause mit Neon Trading

Wer seid Ihr?

Wir sind Thomas Pischke, Marco Cancellieri und Christian Hecker, die Gründer von Neon Trading.

Was ist Neon Trading?

Neon Trading ist eine mobile App zum Handeln von Wertpapieren, die versucht, alle Funktionen eines Online-Brokers aufs Handy zu bringen. Das Ziel: Wir wollen damit die Komplexität derzeitiger Angebote reduzieren und das Thema Börsenhandel verständlich machen für Einsteiger bzw. die junge Generation.

Wie kamt Ihr auf die Idee?

Wir kommen alle aus dem FinTech-Bereich bzw. dem Investment-Banking. Wir haben selber am eigenen Leib erfahren, dass es für Neulinge, die z.B. in Aktien investieren oder für später vorsorgen möchten, kein Einsteigerprodukt gibt. Dabei liegt das doch auf der Hand, dass viele Menschen wenig Ahnung vom Kapitalmarkt haben und sich erst an das Thema herantasten müssen!
So ist die Idee für Neon Trading entstanden, und wir haben die App entwickelt, die man im Börsenspiel testen kann. Hört sich alles ganz einfach an.  Der Weg vom ersten Prototypen bis zur fertigen App war allerdings ein langer Weg. Schließlich geht’s irgendwann mal um das Geld unserer Nutzer, und da muss die Qualität der App einfach stimmen.

Was macht Ihr besser als herkömmliche Broker?

Unser Fokus ist die Verständlichkeit. Alles, was es unnötig komplex macht, haben wir versucht, gnadenlos zu vereinfachen. Außerdem geben wir unseren Nutzern Wissens-Features an die Hand und sorgen so dafür, dass sie auch verstehen, was sie da machen. Dazu ist unser Produkt ausschließlich mobil und zeigt kostenlos Live-Daten (Kurse etc.) an – somit kann jedermann immer an den Märkten dabei sein, wie ein Profi.

Nun habt Ihr Euch für einen besonderen Weg entschieden: Ihr schiebt die App nicht sofort in den Markt, sondern startet zunächst mit einer spielerischen Variante.

Ja, genau: Wir starten zunächst mit einem Börsenspiel ab 25.04. Unsere Nutzer können sich so an das Thema Kapitalmarkt herantasten, ohne richtiges Geld einzusetzen. Es besteht also überhaupt kein Risiko. Für uns hat es den Vorteil, dass wir die App in aller Ruhe testen und das Produkt gemeinsam mit dem Nutzer weiterentwickeln können. Unsere Vision ist es natürlich, irgendwann zusammen mit einem Bank-Partner das Ganze in die „reelle Welt“ zu tragen – d.h. dass unsere Nutzer dann auch mit richtigem Geld handeln können.

Das ist keine schlechte Idee, die Leute mit einem Börsenspiel ohne echtes Geld an das ganze Thema heranzuführen. Die Deutschen haben ja typischerweise große Angst davor. 95% der unter 30-Jährigen besitzen überhaupt keine Aktien/Fonds o.ä. Woran liegt’s?

Vielen Leuten ist eigentlich bewusst ist, dass sie Geld anlegen sollten, d.h. sie sehen die Chancen. Dennoch reduzieren sie das Thema Kapitalmarkt und Aktien zu allererst nur auf die Risiken und haben Angst, schnell ganz viel Geld zu verlieren. Die jetzigen Angebote lassen den Einsteiger alleine und erklären ihm nicht, wie eine ausgewogene, langfristige Strategie aussehen kann – geschweige denn, wie die Kapitalmärkte funktionieren. Genau da möchten wir ansetzen: Investieren, Aktien und Co. verständlich machen und den Zugang hierzu drastisch vereinfachen.

Ihr kommt nicht aus Hamburg. Da Ihr jedoch ins Accelerator-Programm der comdirect aufgenommen wurdet, bekommt Ihr Räumlichkeiten im betahaus zur Verfügung gestellt und wohnt in einer WG direkt nebenan. Wie funktioniert das Zusammenleben/-arbeiten Tag und Nacht?

Insgesamt sind wir ein Team von 5 Leuten, da kann es schon mal eng werden. Dennoch sind wir als Gruppe stark zusammengewachsen. Wenn man nicht nur über die nächste Funktion der App diskutiert, sondern auch über die Kochkünste unseres Italieners Marco, dann kommen einem beim Nudeln-Essen manchmal die tollsten Ideen. Spaß beiseite! Es ist schon beeindruckend zu sehen, was in den letzten sechs Monaten entstanden ist. Im September haben wir mit einem leeren Blatt Papier angefangen. Und jetzt sitzen wir hier in Hamburg – seit dieser Woche ist unsere App draußen und am kommenden Montag, den 25.04., beginnt schon unser Börsenspiel. Wahnsinn!

Dann mal toi, toi, toi!!

PS: App heruntergeladen. Sieht gut aus! Ich bin dabei! Macht alle mit und nähert Euch spielerisch dem Thema Börse. Dazu gibt es noch tolle Preise. Das Börsenspiel startet am kommenden Montag (25. April). Hier geht’s zu App: http://go.neontrading.com

Für später vorsorgen mit Indexfonds

Jeder weiß, dass das Geld im Alter knapp wird. Von der staatlichen Rente ist nicht mehr allzu viel zu erwarten – und Riester & Co. bringen auch nicht das, was einem mal versprochen wurde. Bei der Bank gibt’s praktisch keine Zinsen mehr. Was also tun? Warum nicht mal mit der Alternative Indexfonds beschäftigen?

Bei vielen von uns gehen die Alarmglocken an, wenn es um Themen wie Aktien und Börse geht. Wir denken an wilde Spekulationen und erinnern uns vielleicht noch zu gut an die beiden großen Börsen-Crashs des vergangenen Jahrzehnts. Was wir außer Acht lassen:

Langfristig betrachtet ist eine breit gestreute Anlage in Aktien nicht nur eine rentable, sondern vor allem sehr solide Anlageform.

Das beweist ein Blick in die Geschichte: Wer in den vergangenen 100 Jahren Aktien von internationalen Unternehmen besessen hat, hat durchschnittlich zwischen sieben und acht Prozent pro Jahr (!) verdient und zudem Wirtschaftskrisen, Kriege und Währungsreformen – trotz vorübergehender Kurseinbrüche – unbeschadet überstanden.

Zwei Dinge müssen dabei allerdings unbedingt beachten werden:

  • Der Zeithorizont sollte mittel- bis langfristig sein (10-15 Jahre), um vorübergehende Kurseinbrüche ausgleichen zu können
  • Man sollte als Laie niemals in Einzelwerte investieren, sondern die Anlage immer über viele Unternehmen/Branchen/Länder breit streuen

Automatisch breit streuen kann man über einen sogenannten Indexfonds (oder auch ETF – Exchange Traded Fund genannt).

Ein Indexfonds bildet einen Aktienindex nach. Kauft man diesen z.B. auf den DAX, bildet er den DAX eins zu eins ab und ist an seine Entwicklung gekoppelt. Da im DAX 30 große deutsche Unternehmen enthalten sind, kauft man automatisch alle 30 Unternehmen. Die Anlage ist damit breit gestreut und das Risiko verteilt, ohne dass man sich selbst viele Gedanken dazu machen muss.

Möchte man noch breiter streuen und nicht nur vom Wohl und Wehe der deutschen Wirtschaft abhängig sein, kauft man gleich einen Indexfonds auf z.B. den breiter aufgestellten Weltindex MSCI World.

Ein Indexfonds ist also ein optimales Instrument, um auch als Laie an den Erfolgen des Aktienmarktes teilhaben zu können.

Das Schöne daran: Für das simple Nachbilden des Index braucht es keine hochbezahlten Fondsmanager. Die Kosten sind daher gering. So gut wie nichts von der erwirtschafteten Rendite wandert also in fremde Taschen. Auf lange Sicht macht das in Bezug auf die Wertentwicklung einen GEWALTIGEN Unterschied aus.

Wie geht man das Thema nun an?

 

Schritt 1: Depot eröffnen

Um regelmäßig mit einem Indexfonds für später vorzusorgen, eröffnet man zunächst ein Depot – am besten kostengünstig bei einer Direktbank.

 

Schritt 2: Sparplan einrichten

Für dieses Depot richtet man einen sogenannten Sparplan ein. Dieser Sparplan investiert automatisch Monat für Monat einen einmal festgelegten Betrag in den jeweiligen Indexfonds. Das hat einen großen Vorteil: Man muss sich nicht ständig den Kopf darüber zerbrechen, ob gerade jetzt ein guter Zeitpunkt ist, um zu investieren. Das macht der Sparplan ganz automatisch. In guten (teuren) Zeiten kauft er weniger Anteile, in schlechten (billigen) Zeiten mehr Anteile des Indexfonds. Vorsicht mit den Kosten: Pro Ausführung zahlt man sogenannte Ordergebühren. Diese unterscheiden sich von Bank zu Bank teilweise deutlich.

 

Schritt 3: Rechtzeitig aussteigen

Aktienmärkte können teilweise stark schwanken. Auch ein Indexfonds auf einen Aktienindex muss – will man solide vorsorgen – immer mittel- bis langfristig betrachtet werden (10-15 Jahre). Dazu gehört, dass man – je näher man dem eigenen Ruhestand kommt – den „Einstieg in den Ausstieg“ vornimmt, also Stück für Stück Anteile am Indexfonds verkauft und z.B. aufs Tagesgeldkonto legt. So geht man sicher, dass man später immer liquide bleibt – auch wenn die Aktienmärkte am Boden liegen, wenn man in Rente geht.

Und zu guter Letzt: Das Besparen eines Indexfonds wird einem als Vorsorgealternative vom Bank- oder Versicherungsberater nur selten vorgeschlagen. Das hat vor allem einen Grund: Der Berater verdient daran so gut wie nichts. Es gibt kein großes Potenzial für Provisionen. Indexfonds kauft man ohne Ausgabeaufschlag, und die Gebühren sind gering.

Wenn das Ganze immer noch interessant für Dich ist, möchte ich Dir an dieser Stelle noch einmal mein Buch empfehlen: In diesem sind die ganz konkreten Schritte detailliert erklärt – alles ist einfach und ganz anschaulich dargestellt.

Wenn Dir mein Blog, meine Website und/oder mein YouTube-Kanal gefällt, würde es mich freuen, wenn Du es weiterempfiehlst!

Und jetzt würde ich mich VOR ALLEM freuen, wenn Du mit dem Thema „Indexfonds“ loslegst und Dir damit eine solide Basis für später aufbaust!