Politiker, dreht beim Thema Rente an den richtigen Stellschrauben!

Vor kurzem wurden die Mitglieder der neu geschaffenen Rentenkommission vorgestellt. Ein bunter Mix aus Politikern, Wissenschaftlern, Gewerkschaftsvertretern und Arbeitgebern. Sie sollen bis Anfang 2020 ein Konzept vorlegen, wie die Rentenversicherung der Zukunft aussieht. Hoffentlich drehen sie an den richtigen Stellschrauben!

Größte Herausforderung ist die Überalterung der Gesellschaft. Derzeit sind rund 35 Prozent aller Deutschen im erwerbsfähigen Alter in Rente. 2040 sollen es schon 51 Prozent sein. So zumindest die Hochrechnung.

Immer weniger Beitragszahler für immer mehr Beitragsempfänger.

Die Stellschrauben, an denen gedreht werden kann, liegen natürlich auf der Hand: Entweder man erhöht den Beitragssatz der arbeitenden Bevölkerung oder man senkt das Rentenniveau auf der Empfängerseite. Alternativ dreht man gleich an beiden Schrauben etwas, damit alle Gruppen die Belastung gleich verteilt schultern und keiner Wählergruppe vor den Kopf gestoßen wird. Ansonsten käme noch infrage, das Renteneintrittsalter von aktuell 67 auf z.B. ein Alter von 70 zu erhöhen.

Natürlich machen jeweils ein paar Prozentpunkte mehr beim Rentenbeitrag oder weniger bei der Rentenhöhe ganz schön was aus. Die Politiker könnten damit das Liquiditätsproblem der Rentenversicherung auf einen Schlag lösen und ggfs. auch den Steuerzuschuss, wenn nicht senken, dann zumindest stabil halten. Leittragende sind die Beitragszahler (und zwar sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber) und die Rentenempfänger. Ihnen bleibt unterm Strich monatlich weniger zum Leben, und Unternehmen müssen die höhere Abgabenlast schultern.

Das Regulieren der Höhe der Rentenbeiträge bzw. der Rentenzahlung selbst ist allerdings nicht die einzige Stellschraube, an der gedreht werden kann. Eine weitere Stellschraube befindet sich ganz woanders.

Die Rede ist von der Stellschraube, die sich ZWISCHEN Rentenbeitragszahler und Rentenempfänger befindet: Würde hier mal effizient gewirtschaftet werden, würde das Ausmaß des Problems ganz schnell zurückgehen bzw. gegebenenfalls komplett verschwinden.

Zur Entlastung des gesetzlichen Rentensystems wurde im letzten Jahrzehnt ein staatlich gefördertes privates Altersvorsorge-System ins Leben gerufen – Riester und Co. wurden entwickelt. Die Absicht war gut – über Steuervorteile und Zulagen wurden Anreize geschaffen, die bezweckten, dass die Bürger privat vorsorgen. Problem dabei:

Das, was eigentlich den Bürgern über Steuervorteile und Zulagen zu Gute kommen sollte, steckt sich heute die private Finanzwirtschaft ein.

Für Banken und Versicherungen war das Zurückfahren der staatlichen Rente und die Förderung der privaten Altersvorsorge das Geschäft des Jahrhunderts. In Zuge dessen hat sich ein riesiger Apparat aufgebaut. Eine ganze Heerschar von Finanzvertrieblern verdient gutes Geld damit, die Produkte an den Mann/die Frau zu bringen. Aber nicht nur das – auch ein riesiger administrativer Aufwand ist entstanden: Zulagen und Förderungen müssen beantragt, genehmigt und überprüft werden. Würde man dies alles einmal aufbrechen, also dafür sorgen, dass nicht noch zig andere Parteien bei der eigenen Altersvorsorge mitverdienen bzw. für die Abwicklung bezahlt werden müssen, wäre schon sehr viel gewonnen.

Eine weitere Stellschraube im System: Die gesetzliche Rente funktioniert im Umlageverfahren. Das heißt: Das, was auf der einen Seite durch die Beitragszahler eingezahlt wird, wird auf der anderen Seite direkt wieder an die Rentenempfänger ausgezahlt. Keine Chance also, um mit dem Geld über Jahrzehnte zu arbeiten.

Bei der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge (Riester, Rürup und Co.) spart jeder Versicherte über Jahrzehnte an, ein großer Teil der Beiträge wird am Kapitalmarkt angelegt.

Dadurch jedoch, dass jedem Einzahler garantiert wird, dass er zumindest seine eingezahlten Beiträge am Ende herausbekommt, werden die Gelder sehr konservativ und damit unrentabel angelegt.

Chancen des Aktienmarktes zum Beispiel werden nur in sehr geringem Ausmaß wahrgenommen. Die Antwort ist also einfach: Die Beiträge müssen besser, sprich rentabler, angelegt werden. Dass angesichts der Beitragsgarantie keine Versicherung das Risiko tragen möchte, ist in gewisser Weise zu verstehen. Würden alle gemeinsam das Risiko auf ihren Schultern verteilen, würde die Rechnung höchstwahrscheinlich aufgehen. Da dies die Versicherungsindustrie aus meiner Sicht nicht hinbekommt, könnte hier der Staat eine verantwortliche Rolle tragen.

Die Beitragsgarantie übrigens, und das ist den meisten – würde ich behaupten – nicht bewusst, bezieht sich nur auf die nominal geleisteten Beiträge. Die Inflation wird nicht berücksichtigt. Die Kaufkraft, also das, was man sich von der Summe seiner Beiträge später im Rentenalter noch kaufen kann, verliert Jahr für Jahr. Bei einer durchschnittlichen Inflation von zwei Prozent pro Jahr halbiert sich diese alle 35 Jahre. Das sollte einem heute 30-Jährigen bewusst sein.

Kurzum: Weder Beitragshöhe noch Rentenhöhe sind die großen Stellschrauben. Bevor man an diesen dreht, sollte man „den Apparat“ dazwischen neu aufstellen. Und ja, die Gesellschaft überaltert. „Immer weniger Einzahler für immer mehr Empfänger!“ Dass die Anzahl an Rentnern in den kommenden Jahren/Jahrzehnten drastisch zunehmen wird, das ist ein Fakt. Aber wer sagt denn eigentlich, dass die Anzahl der Erwerbstätigen zurückgeht? Im Moment sieht es überhaupt nicht danach aus. Und selbst wenn wir Deutschen nicht mehr genug Kinder bekommen für all die freien Arbeitsplätze, gibt es außerhalb unserer Landesgrenzen noch genug Leute, die liebend gerne in Deutschland arbeiten würden. Dem müssen wir uns öffnen!

Ein weiterer Punkt, der immer außer Acht gelassen wird: Als die deutsche Rentenversicherung Ende des vorletzten Jahrhunderts gegründet wurde, lag die Regelaltersgrenze, also das Alter, zu dem die Leute in Rente gehen „durften“, bei 70 Jahren. Nur wenige haben diese Grenze überhaupt erreicht und – wenn doch – dann nur kurz überlebt. Wie konnte die Rentenversicherung bis heute all diese Leute „durchfüttern“, die zwanzig und mehr Jahre Rente beziehen, ohne dass das gesamte System kollabiert ist? ….. Das Geheimnis ist der Produktivitätszugewinn. Die steigende Produktivität der Wirtschaft und ihrer Beschäftigten hat dazu geführt, dass Deutschland sich dies leisten konnte. Auch diesen Aspekt sollte man bei der ganzen Rentendiskussion nicht komplett außer Acht lassen.

Die Diskussion über das Problem der Überalterung und der damit verbundenen Herausforderung für das Rentensystem sollte nicht immer nur in Bezug auf absolute Beitragshöhe bzw. Rentenhöhe geführt werden. Es gibt noch viel mehr Stellschrauben dazwischen. Ich hoffe die neu geschaffene Rentenkommission wird die Empfehlung geben, dass auch an diesen seitens der verantwortlichen Politiker gedreht werden sollte – gerne auch etwas mehr!

 

Der richtige Umgang mit Kursschwankungen von Aktien – oder warum uns das Preisschild egal sein sollte

An den Börsen dieser Welt geht es gerade rauf und runter. Mit diesen Kursschwankungen können wir nicht umgehen – und lassen lieber die Finger von Aktien und Co. Schade eigentlich!

Wir Deutschen lieben das sogenannte Beton-Gold. In Immobilien investieren wir am liebsten unser Geld. Handfest, solide und sicher – so erscheint es uns. Dabei sind Immobilien nicht immer die beste Anlagealternative. Hohe Instandhaltungskosten können entstehen, bei vermieteten Objekten läuft man im schlechtesten Fall dem Geld hinterher. Der Ort oder Stadtteil, in welchem unsere Immobilie liegt, kann sich negativ entwickeln – und so weiter… Zig Risiken bzw. Nachteile, die wir bewusst in Kauf nehmen oder gekonnt ausblenden.

Es ist das Haptische, was wir mögen: Ein Haus ist ein Haus ist ein Haus. Es steht da. Wir können es ertasten, erfühlen, betreten und darin wohnen.

Ganz im Gegensatz zur Aktie. Die kauft man – am besten online über eine Direktbank. Der Wert ist erst einmal virtuell. Da stehen dann ein paar Zahlen im Depot. Daten im Endeffekt. Aber genauer betrachtet haben auch Aktien etwas absolut Handfestes: Hinter soliden Aktien stehen ordentliche Firmen – und diese Firmen besitzen ganz handfeste Dinge wie Gebäude, Produktionshallen, Maschinen, einen Fuhrpark, Produkte, Patente, einen Kundenstamm usw. Die Liste könnte ich unendlich weiterschreiben, aber das würde Dich langweilen. Im besten Fall ist es Dir schon bewusst, dass Unternehmen größtenteils nichts anderes sind als Sachwerte – genauso wie Immobilien.

Einen kleinen, aber entscheidenden Unterschied zwischen Immobilien und Aktien gibt es jedoch schon: Es ist das Preisschild!

An börsennotierten Unternehmen, also Unternehmen, an denen wir uns als Normalbürger schnell und unkompliziert über das Vehikel Aktie beteiligen können, hängt ein Preisschild. Dieses Preisschild aktualisiert sich mehrfach täglich oder gar minütlich in Form schwankender Kurse. Das hassen wir! Heute 1.000 Euro investiert, kann sich der Einsatz über kurz oder lang – theoretisch – verdoppeln oder halbieren. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen die Kurse rauf und runter schießen – also sehr volatil sind – bereitet uns das Ganze schlaflose Nächte.

Zurück zur Immobilie: Nehmen wir nun mal an, Du wohnst im eigenen Haus. Wann hast Du Dir das letzte Mal darüber Gedanken gemacht, was der Kasten wert ist? Noch nie? Oder vielleicht mal vor einigen Jahren, als das vergleichbare Nachbarhaus (im besten Fall) für gutes Geld oder (im schlechtesten Fall) für viel zu wenig verkauft wurde? Auf jeden Fall wahrscheinlich noch nicht allzu oft. Klar, die böse Überraschung mag Jahrzehnte später kommen – dann, wenn Du das Haus mal verkaufen möchtest, um davon Senioren-Residenz und/oder Pflege zu bezahlen. Aber im Zweifel ist das dann nicht mehr so wichtig.

So oder so: Die Tatsache, nicht ständig über den aktuellen Wert der Immobilie nachdenken zu müssen, ist doch eigentlich ganz entspannend, oder?

Gleiches sollten wir mit Aktien tun! Investiert man breit gestreut, hängt die Anlage nicht nur von einzelnen Unternehmen ab. Einzelne Unternehmen – die Gefahr besteht immer – können auch mal untergehen. Ist man breit investiert, wird der Misserfolg eines Unternehmens durch den Erfolg anderer Unternehmen ausgeglichen. Ist dazu der Zeithorizont noch langfristig, dann sollte uns das aktuelle Preisschild völlig egal sein!

Beispiel DAX, der Deutsche Aktienindex, in welchem 30 große deutsche Unternehmen vertreten sind: Seit dieser im Jahr 1988 aufgelegt wurde, hat er im Schnitt pro Jahr gute acht Prozent Rendite eingefahren. Und das, obwohl es zwischenzeitlich drunter und drüber ging. So lag zum Beispiel der höchste Jahresverlust (im Jahr 2002) bei knapp 44 Prozent, der zweithöchste bei guten 40 Prozent (im Jahr 2008)!

Wäre nur dieses verdammte sich täglich aktualisierende Preisschild nicht – wir würden uns alle viel wohler fühlen mit dem Thema Aktien. Rational ist unser Unbehagen allerdings ganz und gar nicht:

Schau mal auf das DAX-Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts. Es zeigt die jährlichen DAX-Renditen für jeden möglichen Ein- bzw. Ausstiegszeitpunkt. Interessant und spannend zugleich. Nein, stimmt nicht ganz! Interessant und entspannend zugleich. Denn viel falsch machen konnte man mit einer Anlage in den DAX in der Vergangenheit nicht.

Ganz bequem kann man übrigens über einen monatlichen Sparplan – zum Beispiel auf einen DAX-ETF – in breit gestreute Aktien investieren. Der Sparplan kauft dann einfach automatisch Monat für Monat – in günstigen Zeiten mehr Anteile, in teureren weniger Anteile. Den Sparplan interessiert das Preisschild schon gar nicht. Und auch wir sollten es ignorieren!

 

Geld anlegen und vorsorgen für Kinder

Früher, da war die Welt noch in Ordnung: Da haben Oma und Opa einfach für den neugeborenen Enkel ein Sparbuch eröffnet. Auf dieses wurden jeden Monat 20 Mark überwiesen und über die Jahre ordentlich Zinsen kassiert. Moment mal! Zinsen?? Sparbuch?? Ich glaube ich fange noch einmal von vorne an!

Heute ist die Welt nämlich nicht mehr in Ordnung. Zinsen gibt es praktisch keine mehr, das Sparbuch ist ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten. Man sollte sich also schleunigst nach Alternativen umschauen. Und die gibt es:

Aktien! Schon mal darüber nachgedacht, mit Aktien für Kinder bzw. Enkel vorzusorgen?

Jetzt bitte nicht gleich wegklicken! 😉 Bei vielen von uns gehen die Alarmglocken an, wenn es um Themen wie Aktien und Börse geht. Wir denken an wilde Spekulationen und erinnern uns vielleicht noch zu gut an die beiden großen Börsen-Crashs des vergangenen Jahrzehnts. Was wir außer Acht lassen:

Langfristig betrachtet ist eine breit gestreute Anlage in Aktien nicht nur eine rentable, sondern vor allem sehr solide Anlageform.

Das beweist ein Blick in die Geschichte: Wer in den vergangenen 100 Jahren Aktien von internationalen Unternehmen besessen hat, hat durchschnittlich zwischen sieben und acht Prozent pro Jahr verdient und zudem Wirtschaftskrisen, Kriege und Währungsreformen – trotz vorübergehender Kurseinbrüche – unbeschadet überstanden.

Zwei Dinge müssen dabei allerdings unbedingt beachten werden:

  • Der Zeithorizont sollte mittel- bis langfristig sein (10-15 Jahre), um vorübergehende Kurseinbrüche ausgleichen zu können
  • Man sollte als Laie niemals in Einzelwerte investieren, sondern die Anlage immer über viele Unternehmen/Branchen/Länder breit streuen. Da gibt es dieses schöne Sprichwort „Niemals alle Eier in einen Korb legen“.

Gerade was den Zeithorizont betrifft, ist diese Anlageform natürlich bestens geeignet für Kinder: Ihr Zeithorizont endet ja frühestens bei Eintreten der Volljährigkeit, vielleicht aber auch etwas später, wenn es an die Finanzierung eines Studiums oder Auslandsaufenthaltes – oder was auch immer – geht! Evtl. ist er aber noch viel länger, weil das Geld erst für den Kauf einer Immobilie benötigt wird, welche sich die großen Kleinen ja höchstwahrscheinlich nicht vor ihrem 30. Geburtstag kaufen werden. Oder noch viel länger: Für den Ruhestand der eigenen Kinder. Kaum denkbar, aber auch die Knirpse von heute werden irgendwann einmal alt und grau. 😉

Was in letzterem Fall bei herumkommen kann, MUSS ich einfach im Folgenden einmal vorrechnen, weil es so unglaublich ist:

Würde man bei einer durchschnittlichen jährlichen Aktienmarktrendite von 7% nur 25 Euro pro Monat ab der Geburt in Aktien investieren, dann hätte der Nachwuchs zum Renteneintritt mit 67 Jahren über 400.000 Euro auf der hohen Kante. Und das obwohl über die ganze Zeit nur ca. 20.000 Euro eingezahlt wurden. Unglaublich, oder?

Unterm Strich: bei einem so langfristigen Zeithorizont ist es fast unverantwortlich, NICHT in Aktien zu investieren.

Entscheidend dabei – das schrieb ich schon vorher – ist die breite Streuung der Aktienanlage. Automatisch breit streuen kann man über einen sogenannten Indexfonds (oder auch ETF – Exchange Traded Fund genannt). Ein Indexfonds bildet einen Aktienindex nach. Kauft man diesen z.B. auf den DAX, bildet er den DAX eins zu eins ab und ist an seine Entwicklung gekoppelt.

Da im DAX 30 große deutsche Unternehmen enthalten sind, kauft man automatisch alle 30 Unternehmen. Die Anlage ist damit breit gestreut und das Risiko verteilt, ohne dass man sich selbst viele Gedanken dazu machen muss. Möchte man noch breiter streuen und nicht nur vom Wohl und Wehe der deutschen Wirtschaft abhängig sein, kauft man gleich einen Indexfonds auf z.B. den breiter aufgestellten Weltindex MSCI World.

Ein Indexfonds ist also ein optimales Instrument, um auch als Laie an den Erfolgen des Aktienmarktes teilhaben zu können.

Das Schöne daran: Für das simple Nachbilden des Index braucht es keine hochbezahlten Fondsmanager. Die Kosten sind daher gering. So gut wie nichts von der erwirtschafteten Rendite wandert in fremde Taschen. Auf lange Sicht macht das in Bezug auf die Wertentwicklung einen GEWALTIGEN Unterschied aus.

Wie geht man das Thema nun an?

Schritt 1: Depot eröffnen

Um regelmäßig in einen Indexfonds zu investieren, benötigt man zunächst ein Depot – Direktbanken sind da kostengünstig und bieten auch oft sogenannte Junior-Depots an, die man für die eigenen Kinder anlegen kann.

Schritt 2: Sparplan einrichten

Für dieses Depot richtet man einen sogenannten Sparplan ein. Dieser Sparplan investiert automatisch Monat für Monat einen einmal festgelegten Betrag in den jeweiligen Indexfonds. Das hat einen großen Vorteil: Man muss sich nicht ständig den Kopf darüber zerbrechen, ob gerade jetzt ein guter Zeitpunkt ist, um zu investieren. Das macht der Sparplan ganz automatisch. In guten (teuren) Zeiten kauft er weniger Anteile, in schlechten (billigen) Zeiten mehr Anteile des Indexfonds. Vorsicht mit den Kosten: Pro Ausführung zahlt man sogenannte Ordergebühren. Diese unterscheiden sich von Bank zu Bank teilweise deutlich.

Schritt 3: Rechtzeitig aussteigen

Aktienmärkte können teilweise stark schwanken. Planen die dann großen Kleinen irgendwann einmal in 30 Jahren, das bis dahin angesammelte Kapital z.B. in eine Immobilie zu investieren, sollten sie rechtzeitig anfangen, Stück für Stück ein paar Anteile zu verkaufen und in Cash umzuwandeln. So sind sie nie gezwungen, direkt nach einem größeren Kurseinbruch verkaufen zu MÜSSEN, weil sie das Geld gerade benötigen.

Und zu guter Letzt: Das Besparen eines Indexfonds wird einem als Anlagealternative vom Bank- oder Versicherungsberater nur selten vorgeschlagen. Das hat vor allem einen Grund: Der Berater verdient daran so gut wie nichts. Es gibt kein großes Potenzial für Provisionen. Indexfonds kauft man ohne Ausgabeaufschlag, und die Gebühren sind gering.

Möchtest Du übrigens noch mehr wissen rund um das Thema „Vorsorgen für Kinder“ und ein ganz konkretes Rezept an die Hand bekommen, wie Du vorgehen kannst: Ich habe hierzu vor kurzem ein neues 50 Minuten langes Video-Tutorial erstellt. Wenn interessant für Dich, dann schau mal hier vorbei!

 

Warum wir unseren Wohlstand nur sichern können, wenn es den Anderen besser geht

Reisen in Schwellenländer bildet und öffnet die Augen. Es schafft ein Bewusstsein dafür, wie gut es uns geht – und warum gerade auch wir großes Interesse daran haben sollten, dass es dem ärmeren Teil der Weltbevölkerung merklich besser geht. Ein Reisebericht:

Knapp drei Wochen waren wir unterwegs. Vietnam und ein paar Tage Zwischenstopp in Shanghai standen auf dem Programm. Ich bin kein großer Freund von „jeden Tag ein neues Ziel“. Ich hasse „abhaken“. In einer Stadt/in einem Land muss ich nicht alles gesehen haben. Viel schöner finde ich es, in Ruhe durch die Straßen zu schlendern oder sich einfach an den Straßenrand zu setzen und das vorbeiziehende Leben zu beobachten. Herrlich!

Nun waren wir einen Großteil der Zeit in Vietnam. Vietnam ist ein Schwellenland, von der staatlichen Struktur ähnlich aufgestellt wie China: Politisch diktatorisch, wirtschaftlich (halbwegs) freiheitlich. Genauer gesagt: Es gibt eine einzige Partei, die das Land lenkt. Trotzdem wurde die Wirtschaft seit 1989 Stück für Stück marktwirtschaftlich aufgestellt.

Fährt man durch die Straßen von z.B. Ho Chi Minh City (das ehemalige Saigon), spürt man, was mit Schwellenland gemeint ist: Überall wird gebaut – nicht gekleckert, sondern geklotzt.

Ob das immer gut ist und was das für den Einzelnen bedeutet, der sein altes Wohnviertel zwangsräumen muss, weil drei Hochhäuser entstehen, steht auf einem anderen Blatt. Nichtsdestotrotz: Nicht nur die oberen 10.000 profitieren. Die Mittelschicht hat sich zwischen 2003 und 2013 praktisch verdoppelt. 1993 galten 60 Prozent der Vietnamesen als arm, heute sind es weniger als 12 Prozent. Schaut man im Anflug auf Ho Chi Minh City aus dem Flugzeug-Fenster, dann weiß man, woran es liegt: Wohin der Blick führt, Produktionshalle neben Produktionshalle. Vietnam ist auf dem besten Weg in Richtung Industrieland.

Nun mag der ein oder andere genau das kritisch sehen: Umweltverschmutzung, Auflösung der familiären Strukturen, lange Arbeitstage an den Fließbändern der Fabriken – es gibt viele negative Aspekte, die damit einhergehen. Was man jedoch nicht vergessen darf: Die Leute dort befinden sich auf einer anderen Stufe der Bedürfnispyramide. Es geht vielmehr um den sozialen Aufstieg, um das Ziel, dass es einem selbst materiell besser geht als der vorangegangen Generation.

Erzählt man im Gespräch, dass man aus Deutschland kommt, leuchten die Augen und das Gesprächsthema wandert schnell in Richtung deutscher Highlights: Volkswagen, BMW und Mercedes. Naja ok, und vielleicht noch Fußball. 😉

Wer von den jungen Leuten in Deutschland unterhält sich noch groß über Autos? Das Thema – dazu gibt es Studien – wird bei uns immer unwichtiger. Wir unterhalten uns eher über die neuesten Car-Sharing-Modelle oder darüber, welche Stadt das beste Fahrradweg-Netz hat. Fahrrad? In Vietnam? Habe ich so gut wie nicht gesehen. Roller! Die ganze Nation fährt Roller. Stinkende, lärmende Roller.

Ich glaube man muss sich da generell mal etwas entspannen. Wir dürfen nicht mit der Arroganz des gesättigten Westlers auf diese Länder blicken und kopfschüttelnd feststellen, was die intensive Industrialisierung mit diesen macht. Auch in Deutschland sah es in vielen Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts nicht groß anders aus. Seit nicht mal vierzig Jahren ist der Umweltschutz in unseren Köpfen (und auch politisch) nachhaltig angekommen – dann nämlich, als es uns materiell besser ging.

Ich bin der festen Überzeugung, dass man in wenigen Jahrzehnten ein Land wie Vietnam kaum wiedererkennen wird: industrialisiert, breite Mittelschicht, soziale Absicherung und hohe Umweltstandards.

Dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht, haben wir bei unserem abschließenden Zwischenstopp in Shanghai genießen dürfen: Uns erschien die Stadt im Vergleich zu Ho Chi Minh wie ein Luftkurort. Warum? In bestimmten Bereichen dürfen nur noch Elektro-Roller fahren. Leise, sauber und zudem noch so günstig, dass sie auch für die breite Masse erschwinglich sind. Die Chinesen investieren übrigens massiv in erneuerbare Energien. Das ist gut für die Luft und gut für die Wirtschaft: China ist mittlerweile führend in der Produktion von Solarpanelen – und zwar so gut und günstig, dass die deutsche Konkurrenz da in jüngster Vergangenheit große Probleme bekommen hat. Auch dieser Prozess geht natürlich nicht von heute auf morgen. Wahrscheinlich dauert es auch in China noch zwanzig, dreißig Jahre, bis die Luft tatsächlich sauber ist.

Fazit der Reise: Es war toll, horizonterweiternd, inspirierend – und erkenntnisreich:

Diese Länder sichern unseren langfristigen Wohlstand.

Wer soll denn zukünftig unsere ganzen Produkte kaufen? Unsere alternde und sich dezimierende Nation?? Auch wir sind absolut darauf angewiesen, dass sich Länder wie Vietnam, China und weitere in der Region langfristig gut entwickeln. Und gut entwickeln heißt: Der breiten Masse muss es besser gehen. Denn es ist die breite Masse, die in den kommenden Jahrzehnten die Nachfrage nach unseren Gütern und Dienstleistungen treibt. Ob diese hier oder dort produziert werden, spielt gar nicht so eine große Rolle.

Und klar, ich würde diesen Blog nicht betreiben, wenn ich die Entwicklung in den Schwellenländern nicht auch durch die Anleger-Brille betrachten würde:

Profitieren kann man als Anleger, indem man z.B. über einen ETF in die entsprechenden Länder-Indizes investiert. Ist einem das zu risikoreich, kann man auch in deutsche Indizes investieren und profitiert so indirekt davon, dass gerade deutsche Unternehmen viel in diese Märkte exportieren bzw. im besten Fall auch vor Ort mit Produktionen vertreten sind.

Und so haben alle was davon: Die Unternehmen bekommen Kapital, um die Aktivitäten vor Ort auszubauen. Für die einheimische Bevölkerung werden Jobs geschaffen. Mit dem verdienten Geld wird mehr konsumiert. Das freut die Unternehmen – und einen selbst als Aktionär.

Sind die materiellen Bedürfnisse irgendwann halbwegs gedeckt, dann geht’s verstärkt um Umweltschutz und ähnliche Themen. Ich bin sicher, viele dieser Länder sind auf einem guten Weg, auch wenn es augenscheinlich oder akustisch im Moment manchmal anders erscheint.

 

 

Rock die Rente: Wie viel Geld muss ich eigentlich zurücklegen?

Gastbeitrag von Daniel Korth, dem Finanzrocker

Sebastian hat mit der Kernaussage seines Blogs völlig Recht: Jeder kann Geld anlegen. Geldanlage ist keine Raketenwissenschaft, wie viele häufig denken. Die Meisten winken nur schon im Vorfeld ab, weil es zu gefährlich, zu kompliziert oder was auch immer ist.

Doch wenn einige dann anfangen zu investieren, kommt häufig die Frage auf, wie viel Geld ein Anleger mit Mitte 30 zurücklegen sollte, um später die Rente aufzubessern. Wie Du sicherlich weißt, sorgt der demografische Wandel in den kommenden 30 Jahren dafür, dass wenige junge Menschen für die Rente vieler Menschen über 65 aufkommen müssen.

Auch der Anteil der Rente sinkt von heute 48,5 Prozent auf 43,5 Prozent im Jahr 2030. Ab 2050 sind schon Zahlen unter 40 Prozent in der Diskussion. Der Anteil von Menschen über 60 Jahre verdoppelt sich sogar bis zum Jahr 2050. Wer jetzt nicht anfängt, rechtzeitig Geld für später zurückzulegen, lebt vielleicht im Rentenalter in Altersarmut. 2030 soll dann jeder Zweite laut einer WDR-Studie genau dort sein. Noch sind aber bis dahin ein paar Jahre Zeit, um mit der Geldanlage zu starten und zu profitieren.

Was ist eigentlich die Rente?

Bevor ich auf das Thema eingehe, kurz ein paar Worte zur Rente an sich. Eingeführt wurde sie bereits 1889 unter dem damaligen Reichskanzler Otto von Bismarck. Sie ist sozialpolitisch als auch ökonomisch von sehr großer Bedeutung für Deutschland. Basis der Rentenversicherung sind das Solidarprinzip und das Äquivalenzprinzip. Heute sind über 50 Millionen Bundesbürger dort versichert und es gibt mehr als 20 Millionen Rentner.

Damals wie heute beruht die gesetzliche Rentenversicherung auf dem System des Umlageverfahrens. Grundlage hierfür ist der sogenannte Generationenvertrag. Die Beschäftigten von heute finanzieren mit ihren Beiträgen die laufenden Renten der Rentner. Wenn die heutigen Beitragszahler Leistungen beziehen, werden diese aus den Beiträgen der nachfolgenden Generation finanziert.

Ein Vorteil: Das System ist weitgehend unabhängig von Schwankungen am Kapitalmarkt oder Wirtschaftskrisen. Abhängig ist das Umlageverfahren vor allem vom Verhältnis der aktuellen Beitragszahlern zu Rentnern sowie der Einkommensentwicklung. Und genau hier liegt das Problem, das ich eingangs geschildert habe.

Worauf bei der Geldanlage achten?

Denn nur die Wenigsten machen sich heute Gedanken über dieses Später, aber die Warnungen werden zahlreicher. Übersetzt heißt das: Jedes Jahr, in dem Du nicht anfängst für das Alter Geld anzulegen, fehlt Dir am Ende. Aber wie viel Anlage ist genug? Was, wenn ich früher in Rente gehen möchte? Und wie muss ich anlegen, wenn ich beispielsweise ein Auto oder Haus abzahle und später kostengünstig dort wohnen möchte?

Deshalb solltest Du immer schauen, wie Deine Lebensumstände aussehen und welche Ziele Du verfolgst. Auf dieser Basis kannst Du dann errechnen, wie viel Geld Du ungefähr im Monat sparen musst – und es dann in Form eines Sparplans oder regelmäßigen Spareinlagen anlegen.

3 unterschiedliche Beispiele

Für diesen Artikel habe ich mal drei unterschiedliche Beispiele herausgesucht. Zum einen haben wir die 25-jährige Tina, die gerade ins Berufsleben gestartet ist und wahrscheinlich bis 70 arbeiten muss. Der Zweite ist der 35-jährige Alexander, der schon etwas angespart hat und mit 60 in Rente gehen möchte. Und schließlich ist da noch der 45-jährige Bernd, der sich noch keine großen Gedanken über Geldanlage gemacht hat.

Tina hat in ihrem Alter die meisten Möglichkeiten. Sie kann 45 Jahre Geld zurücklegen und profitiert dabei enorm vom Zinseszins-Effekt. Bei Alexander machen sich die fehlenden zehn Jahre schon bemerkbar, aber er hat zum Glück rechtzeitig angefangen, Geld in ETFs anzulegen, weil er ja früher in Rente gehen möchte.

 

Beispiel 1: Der Konsument

Bernd hingegen bleiben nur noch 22 Jahre, um Geld anzusparen. Bisher kaufte er sich alle fünf Jahre einen Neuwagen, leistete sich jährlich einen schönen, teuren Traumurlaub und geht regelmäßig gut Essen. Auf seinem Tagesgeldkonto liegen nur 5.000 Euro.

Schauen wir uns doch mal seine Rechnung an. Er verdient 80.000 Euro im Jahr. Wenn er mit 67 in Rente geht, hätte er gern 65.000 Euro jährliche Einkünfte. Davon sollen 30.000 € aus der Rentenkasse bezahlt werden.

Bernd ist fit und rechnet damit, 90 Jahre alt zu werden. Bei einer durchaus realistischen Rendite von 6 % pro Jahr und einer Inflationsrate in Höhe von 2 Prozent (angestrebtes Ziel der Europäischen Zentralbank) müsste Bernd jetzt monatlich 1.283 Euro anlegen, um 2031 auf diese Erträge zu bekommen. Eine reife Leistung! Die 5.000 Euro vom Tagesgeldkonto müssen aber definitiv als Reserve auf dem Konto verbleiben. Und die angesammelten 810.172 Euro müsste er ab dem Renteneintritt regelmäßig entsparen und als gesonderte Rentenzahlung nutzen.

Künftig kann sich Bernd nicht alle fünf Jahre einen teuren Neuwagen zulegen, sondern sollte versuchen das Geld zu sparen. Auch die teuren Urlaube müsste er kostentechnisch herunterschrauben.

Alter: 45 Jahre

Rentenbeginn: 67 Jahre

Lebenserwartung: 90 Jahre

Gewünschte Jahreseinkünfte: 65.000 Euro

Ersparnisse: 5.000 €

Renditeerwartung: 6 %

Inflation: 2 %

Ersparnisse 2061 = 810.172 €

 

Beispiel 2: Die junge Frau

Wie sieht das Ganze denn bei Tina aus? Sie hat noch nichts gespart, verfügt aber über 23 Jahre mehr Zeit als Bernd, was sich enorm beim Zinseszins bemerkbar macht. Sie wird vermutlich erst mit 70 Jahren in Rente gehen können. Auch Tina rechnet mit einer Lebenserwartung von 90 Jahren und plant mit jährlichen Einkünften in Höhe von 50.000 Euro. Davon stammen 20.000 Euro aus der Rentenkasse. Rendite und Inflationsrate bleiben gleich. Um 2061 auf ein Endergebnis von 667.251 Euro zu kommen, muss sie jeden Monat 196 Euro sparen und anlegen. Das sollte für einen Normalverdiener durchaus machbar sein.

Alter: 25 Jahre

Rentenbeginn: 70 Jahre

Lebenserwartung: 90 Jahre

Gewünschte Jahreseinkünfte: 50.000 €

Ersparnisse: 0

Renditeerwartung: 6 %

Inflation: 2 %

Ersparnisse 2061 = 667.251 €

 

Beispiel 3: Der konservative Denker

Zu guter Letzt ist Alexander an der Reihe. Er braucht momentan auch nicht sonderlich viel, um ein glückliches Leben zu führen. 30.000 Euro hat er schon angespart und die gleiche Summe möchte er erhalten, wenn er mit 60 in Rente geht. Dabei rechnet er noch mit 20.000 Euro im Jahr aus der Rentenkasse. Er geht davon aus, dass er 85 Jahre alt wird. 2041 möchte er mit Ersparnissen in Höhe von 258.435 Euro in die frühere Rente gehen. Er muss dafür nur 163 Euro im Monat an den Börsen investieren, um bei der geplanten Durchschnittsrendite von 6 Prozent davon leben zu können.

Alter: 35 Jahre

Rentenbeginn: 60 Jahre

Lebenserwartung: 85 Jahre

Gewünschte Jahreseinkünfte: 30.000 €

Ersparnisse: 30.000 €

Renditeerwartung: 6 %

Inflation: 2 %

Ersparnisse 2041 = 258.435 €

 

Natürlich sind das jetzt völlig fiktive Beispiele. Keiner kann sein Leben im Voraus planen. Das Leben macht jeder Planung einen Strich durch die Rechnung. Trotzdem geben die Beispiele einige Anhaltspunkte, wie viel Du mit welchem Anspruch monatlich zurücklegen musst.

Und ja: es ist viel Geld, das jeden Monat angelegt werden muss. Hier solltest Du auch darauf achten, dass Du nicht nur für das Alter sparst, sondern auch für ein Auto, einen tollen Urlaub oder für eine neue Couch. Nur für das Alter sparen, frustriert auf Dauer. Wenn Du Dir ab und an etwas gönnen kannst, weißt Du wofür Du sparst. Dieses Geld solltest Du aber auch nicht langfristig an der Börse anlegen, sondern eher auf einem Tages- oder Festgeldkonto – abseits der nötigen Rücklage.

Wenn Du das für Dich mal durchrechnen möchtest, habe ich hier mal einige Werkzeuge vorgestellt mit denen Du die Geldanlage gut planen und umsetzen kannst. Errechne Dir doch mal Deine Rücklage und plane Deine Zukunft.

 

Über den Autor:

Daniel schreibt in seinem Blog als Finanzrocker über Geldanlage, Altersvorsorge und vieles mehr. Mit seinen beiden Podcasts über diese Themen erreicht er mittlerweile über 40.000 Hörer im Monat, die ihre Finanzen rocken wollen. 

Profilbild Finanzrocker rund

ANYONECAN feiert seinen ersten Geburtstag – ein Fazit

Heute vor einem Jahr ist ANYONECAN live gegangen. Was für ein Jahr!

Heute vor einem Jahr dachte ich, der größte Teil der Arbeit läge nun hinter mir. Schließlich hatte ich fast ein Jahr investiert, um Buch, Tutorials, Blog und Website inkl. Design und jeglichem Content hinzustellen. …. Was für ein Anfängerfehler!!

„Dieses Internet“ ist riesig und ich nur eine ganz kleine Leuchte.

Die allergrößte Herausforderung ist die Reichweite. Natürlich war mir das irgendwie bewusst. Schließlich habe ich jahrelang im Online-Umfeld gearbeitet, allerdings für eine große Firma, bei der die Reichweite nicht die primäre Herausforderung war.

Aber – mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Und so habe ich mich über nunmehr zwölf Monate vorangekämpft. Was mich unglaublich motiviert: Ich bekomme sehr viel positives Feedback. Menschen, die z.B. mein Buch „allen ihren Freunden“ empfehlen wollen. Finanzthemen sind Vertrauensthemen. Die Reichweite kommt vor allem über Weiterempfehlungen. Weiterempfohlen wird das, was gut ist. Daher mache ich nie einen Schnellschuss. Ich veröffentliche nur Content, hinter dem ich voll und ganz stehe. Manchmal ist weniger mehr. Das ist zumindest der Anspruch.

Die Deutschen und Finanzthemen? Schwierig, aber nicht verloren!

Altersvorsorge und Geldanlage sind nicht gerade die Themen, die mal eben viral durchs Netz wandern, weil alle nicht mehr können vor Lachen. Die Meisten wissen, dass sie sich damit beschäftigen sollten, schieben es aber trotzdem vor sich her. Warum? Aus meiner Sicht gibt es drei Gründe:

Schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit: Wer seit 10 Jahren darauf wartet, dass sein Riester-Vertrag mal ins Plus rutscht, der hat oft die Einstellung „Bringt ja eh alles nichts“.

Hohe Komplexität: Den Meisten erscheinen die Themen zu komplex. Die Standmitteilungen von Lebensversicherung & Co. versteht man nicht, beim Thema Aktien weiß man gar nicht, wo man anfangen soll.

Bequemlichkeit: Ja, etwas Zeit muss man investieren. Und im Zweifel bedeutet dies auch, dass man dem eigenen Finanz- bzw. Versicherungsberater mal ein paar kritische Fragen zu den eigenen Produkten stellen muss.
Die Vision meines Projektes war und ist: Ich möchte gerne, dass jeder in Deutschland in der Lage ist, seine Geldanlage und Altersvorsorge selbst in die Hand zu nehmen – unabhängig von Bank- und Versicherungsberatern. Das ist mein großes Ziel! Was es dazu braucht: Ganz konkretes Wissen – anschaulich und einfach auf dem Silbertablett serviert. Den Anfang habe ich im Laufe des vergangenen Jahres gemacht. Jetzt geht´s weiter: Im Laufe der kommenden Monate wird es auf jeden Fall noch ein weiteres Tutorial geben und neue interessante Blog-Artikel. Außerdem möchte ich weitere Videos für meinen YouTube-Kanal produzieren. Mein großer Traum wäre ein weiteres Buch. Aber dafür benötige ich viel viel Zeit.

Zur Zeit arbeite ich parallel noch als Freiberufler. Damit bestreite ich meinen Lebensunterhalt. So kann ich ANYONECAN ohne finanziellen Druck weiterentwickeln. Ich glaube das ist gerade bei dem Thema, worum es geht, von großem Vorteil.

Last but not least: Ich möchte mich bei Euch allen bedanken – für das fleißige Lesen meines Blogs, für das Anschauen meiner Videos, für Weiterempfehlungen und Likes und natürlich auch für Euer ehrliches Feedback. Danke!! Freue mich sehr auf das zweite Jahr mit Euch!!

 

Ein Tipp, den Du beachten solltest, wenn es an der Börse mal wieder anders kommt, als man denkt

Wer hätte denn tatsächlich damit gerechnet, dass bei unseren Nachbarn auf der Insel das passiert, was vor drei Tagen passiert ist? Die Börse auf jeden Fall nicht!

Die Briten haben sich gegen einen Verbleib in der Europäischen Union entschieden. Wer hätte das gedacht? Ja, man hat mal darüber nachgedacht „was wäre wenn“, als das Referendum vor einigen Monaten angekündigt wurde. Und ja, die Unsicherheit darüber hat sich in den letzten Monaten auch an den Kapitalmärkten gezeigt. Ein Hin- und Her, keine klare Richtung, die Börsen dieser Welt in Lauerstellung. Allgemeine Unsicherheit.

Dann ist vor 10 Tagen was passiert: Es ging deutlich bergauf. Der DAX – der deutsche Aktienindex – hat in der Woche vor dem Referendum mal eben knapp 10 Prozent gut gemacht. Einfach so? Gab es irgendwelche positiven Wirtschaftsdaten? Nein! Aber eine Entscheidung der Briten FÜR den Verbleib in der EU wurde „eingepreist“. Eingepreist bedeutet: Die Mehrzahl derjenigen, die in den DAX investieren, hat fest damit gerechnet, dass die Briten dabei bleiben.

War das rational? Teilweise! Zu dem Zeitpunkt wurden die ersten Umfrageergebnisse veröffentlicht, die besagten, dass das Wahlverhalten „wohl“ für einen Verbleib spricht. Die Ersten sind also wieder eingestiegen in den Aktienmarkt und haben kräftig investiert. Das führt zu steigenden Kursen.

Und dann passiert Folgendes: Der Mensch ist ein Herdentier. Auch andere Investoren haben die Umfrageergebnisse zur Kenntnis genommen, waren aber noch immer skeptisch. D.h. sie standen zögerlich an der Seitenlinie. Nun sehen sie auf die anziehenden Kurse und fühlen sich bestätigt:

„Na wenn die Börse schon anzieht, dann ist der Fall ja klar“. Also rein mit der Kohle in den Aktienmarkt! Schließlich möchte man ja nichts verpassen.

Genau diese Leute entfachen weiter die Kurse und sorgen dafür, dass irgendwann auch noch nahezu der letzte Zweifler überzeugt ist und einsteigt

Und dann? Bumm! Es kommt anders als man denkt! All die schlauen Leute lagen falsch.

Und was ist eigentlich mit der hochgelobten Schwarmintelligenz? Manchmal wird daraus leider auch „Gemeinsam sind wir dümmer“.

Die Briten haben also für den Austritt gestimmt. Brexit! Die Kurse der Weltbörsen sind am Tag nach dem Referendum abgestürzt. Hätten vorher nicht so viele an den Verbleib geglaubt, wäre es auch nicht zu diesem Crash gekommen. Ein Crash kann nur passieren, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Es kam also wieder mal anders, als alle bzw. die Meisten gedacht haben.

Die große Frage nun: Wie geht’s weiter? Was die Börsen betrifft: Ich weiß es nicht. Keiner weiß das ganz genau.

Der wichtigste Tipp aus meiner Sicht: Ruhe bewahren, bloß nicht in blinden Aktionismus verfallen.

Warum? Das liest Du in meinem Blog-Artikel „Börsencrash in China! Ja und?“, den ich vor einigen Monaten veröffentlicht habe.

PS: Auch ich war übrigens Teil dieser Schwarmintelligenz. Auch mich hat das Votum für den Brexit nach der Stimmung der letzten ein, zwei Wochen ehrlich gesagt überrascht. 😉

 

Warum wir auf Garantien pfeifen und stattdessen vermeintlich risikoreicher anlegen sollten

Wir Deutschen lieben die Sicherheit. Auf dem Tagesgeldkonto gibt es so gut wie keine Zinsen. Bei vielen Vorsorgeprodukten sind die Renditen – wenn überhaupt vorhanden – minimal. Wir akzeptieren das. Unser oberstes Ziel ist die Bestandssicherung. Die Option, unser Geld vermeintlich risikoreicher anzulegen und damit die Chance auf eine höhere Rendite zu erhöhen, die blenden wir leider zu oft aus. Das ist schade!

Der Leitzins ist in Europa auf einem historischen Tiefstand. Die Folge: Für unser Geld bekommen wir so gut wie keine Zinsen mehr.

Auf unserem Tagesgeldkonto wird uns das regelmäßig vor Augen geführt. Gab es vor einiger Zeit vielleicht noch zwei- bis dreistellige Eurobeträge pro Jahr, kann man heute froh sein, wenn man sich von den Zinsen vielleicht gerade noch ein paar Kugeln Eis kaufen kann. Irgendwie gewöhnen wir uns daran. Ist halt so. Und in erster Linie geht’s ja auch darum, wenigstens kein Kapital zu vernichten.

Wir merken das auch bei unseren Versicherungsprodukten für die Altersvorsorge. Da ist es nur nicht ganz so plakativ. Versicherungen arbeiten leider nur selten mit Rendite-Kennziffern. Meistens stehen auf den jährlichen Standmitteilungen immer nur absolute Zahlen. Fühlt sich ganz gut an, sagt aber leider nichts aus.

Problematisch wird es bei den Altersvorsorgeprodukten, die Garantien (feste Auszahlungssummen) bieten. So z.B. die Riester-Rente mit einer sogenannten „Beitragsgarantie“. Beitragsgarantie bedeutet, dass man mindestens die Summe der Beiträge heraus bekommt, die man eingezahlt hat.

Oder die klassische Lebensversicherung: Diese zahlt einem – heute neu abgeschlossen – 1,25 Prozent „Garantiezins“ pro Jahr. So wie es im Moment aussieht, wird sich dieser Garantiezins wohl schon sehr bald in Richtung 0,9 Prozent bewegen.

Die Garantien sind das größte Übel von Riester & Co. Denn sie sind der Grund, warum die dahinter stehenden Versicherungen sich nicht trauen, das Geld besser anzulegen. Um in jedem Fall die versprochenen Garantien zu erwirtschaften, wird konservativ – sprich in festverzinsliche Papiere – angelegt.

 

ZWEI SCHLAGENDE ARUMENTE, WARUM WIR AUF GARANTIEN PFEIFEN SOLLTEN:

1. Die Inflation schmälert die Garantie

Beispiel Riester-Vertrag: Er garantiert einem mindestens die Rückzahlung der eingezahlten Beträge in Form einer garantierten Rente. Was jedoch dabei nicht außer Acht gelassen werden darf: Eine heute garantierte Rente von – sagen wir – 200 Euro monatlich ist in vierzig Jahren (bei Renteneintritt) bei einer Inflation von nur durchschnittlich einem Prozent (was niedrig ist!) nur noch 134 Euro wert.

Nochmal dreißig Jahre weiter – man muss ja davon ausgehen, dass man alt wird -, kann man sich von den 200 Euro monatlich nur noch Waren im Wert von 100 Euro kaufen. Es wird also immer weniger. Und klar, 100 Euro sind immerhin 100 Euro. Tatsache ist jedoch: Wenn das eigene Wohl und Wehe später von diesen 100 Euro abhängt, dann ist man wahrscheinlich ein Fall für die Grundsicherung – also das, was der Staat einem mindestens zum Leben zur Verfügung stellt. Da auch die Riester-Rente angerechnet wird, hätte man sich das Sparen in diesem Fall „sparen können“.

2. Investiert man in Anlagen mit einer höheren Rendite, hat man auch einen größeren Puffer

Höhere Renditen gibt’s zum Beispiel am Aktienmarkt. Vielleicht gehörst Du zu denjenigen, bei denen sofort die Alarmglocken angehen. Aktien! Um Gottes Willen! Viel zu spekulativ!

Ich bin ein großer Freund von Aktien – genauer gesagt von einer Anlage in breit gestreuten börsengehandelten Indexfonds (sogenannten ETFs). Die Vorteile und wie man auch als Laie damit für später vorsorgen kann, das habe ich in zwei, drei anderen Blog-Artikeln bereits beschrieben:

Für später vorsorgen mit Indexfonds

Leute, kauft Aktien!

Die böse Börse

Worum es mir heute geht: Ich möchte gerne einmal aufzeigen, was bei einer Anlage in Aktien theoretisch schief laufen muss, dass man langfristig gesehen mit garantieren Renten-/Auszahlungshöhen besser fährt:

Hierzu vergleiche ich einmal die Performance einer breit gestreuten Aktienanlage (Sparplan auf einen Indexfonds) mit den Garantiewerten einer Riester-Versicherung und einer klassischen Lebensversicherung.

 

Als Beispiel wähle ich eine Sparsumme von 150 Euro pro Monat, 40 Jahre lang.

Garantierter Endwert der Riester-Versicherung (Beitragsgarantie):                      72.000 Euro

Garantierter Endwert der Lebensversicherung (0,9 Prozent Garantiezins):          86.625 Euro

Endwert einer breit gestreute Anlage in Aktien-Indexfonds (z.B. auf den

Weltindex MSCI World – konservative Wertentwicklung: 6 Prozent p.a.):                 287.625 Euro

 

Steuerliche Aspekte habe ich hier – um es zu vereinfachen und weil man auch gar nicht weiß, wie die Steuergesetze in 40 Jahren aussehen – außer Acht gelassen.

Die Unterschiede sind – wie man sieht – beträchtlich. Und jetzt wirst Du vielleicht sagen: Das ist ja alles gut und schön. Aber was ist mit der Schwankungsanfälligkeit von Aktien?

Fatal wäre der Fall, dass man kurz vorm Renteneintritt noch einmal einen großen Börsen-Crash mitnimmt. Hätte man mal doch lieber Riester oder Lebensversicherung gewählt – mit den festen Garantiewerten. Oder etwa nicht? Leider nicht!

Mit der Aktienanlagen wäre man höchstwahrscheinlich immer noch besser gefahren: Bei dieser hätte man – um mindestens den Garantiewert von Riester zu halten, einen Crash von 75 Prozent vertragen können. Um auf den Garantiewert der Lebensversicherung zu kommen, hätte man immerhin noch einen Crash von knapp 70 Prozent vertragen können. Nur mal für die Dimension: Die beiden historischen Börsencrashs von 2000 bzw. 2007 haben – in der Spitze – einen Rückgang von 51 bzw. 59 Prozent bedeutet.

Zwei Punkte darf man zudem hierbei nicht vergessen:

Punkt 1: Nicht sein gesamtes Aktienvermögen benötigt man sofort. D.h. man könnte den Crash im besten Fall aussitzen (Nach den beiden historischen Börsen-Crashs des vergangenen Jahrzehnts hätte man nach sechs bzw. sieben Jahren die Vor-Crash-Höchststände wieder erreicht).

Punkt 2: Im Idealfall hätte man sich vorher schon abgesichert: Nähert man sich nämlich dem eigenen Ruhestand und möchte man auf das Kapital zurückgreifen, sollte man rechtzeitig anfangen, Stück für Stück auszusteigen, d.h. Anteile zu verkaufen und in Cash umzuwandeln.

Du siehst also, der Puffer einer breit gestreuten Aktienanlage ist ganz schön groß. In gewisser Weise ist das eine Art Absicherung – allerdings nicht um den Preis miserabler Renditen. Denn im Idealfall läuft alles gut, und man sitzt zum Renteneintritt auf einem ordentlichen Polster.

Und zu guter Letzt: Das Ganze ist nur EIN Denkanstoß FÜR die Aktienanlage und GEGEN Riester & Co. Weitere Denkanstöße findest Du auf meinem Blog bzw. auf meinem YouTube-Kanal.

 

Warum die Börse auch ein Spiel sein kann

Diese Woche war ich im betahaus, einem Co-Working-Space in Hamburg, und habe die Macher von Neon Trading auf eine NEON-Brause getroffen. Ein Gespräch über Aktien, die Deutschen und das Spiel!

 

Auf eine Brause mit Neon Trading

Wer seid Ihr?

Wir sind Thomas Pischke, Marco Cancellieri und Christian Hecker, die Gründer von Neon Trading.

Was ist Neon Trading?

Neon Trading ist eine mobile App zum Handeln von Wertpapieren, die versucht, alle Funktionen eines Online-Brokers aufs Handy zu bringen. Das Ziel: Wir wollen damit die Komplexität derzeitiger Angebote reduzieren und das Thema Börsenhandel verständlich machen für Einsteiger bzw. die junge Generation.

Wie kamt Ihr auf die Idee?

Wir kommen alle aus dem FinTech-Bereich bzw. dem Investment-Banking. Wir haben selber am eigenen Leib erfahren, dass es für Neulinge, die z.B. in Aktien investieren oder für später vorsorgen möchten, kein Einsteigerprodukt gibt. Dabei liegt das doch auf der Hand, dass viele Menschen wenig Ahnung vom Kapitalmarkt haben und sich erst an das Thema herantasten müssen!
So ist die Idee für Neon Trading entstanden, und wir haben die App entwickelt, die man im Börsenspiel testen kann. Hört sich alles ganz einfach an.  Der Weg vom ersten Prototypen bis zur fertigen App war allerdings ein langer Weg. Schließlich geht’s irgendwann mal um das Geld unserer Nutzer, und da muss die Qualität der App einfach stimmen.

Was macht Ihr besser als herkömmliche Broker?

Unser Fokus ist die Verständlichkeit. Alles, was es unnötig komplex macht, haben wir versucht, gnadenlos zu vereinfachen. Außerdem geben wir unseren Nutzern Wissens-Features an die Hand und sorgen so dafür, dass sie auch verstehen, was sie da machen. Dazu ist unser Produkt ausschließlich mobil und zeigt kostenlos Live-Daten (Kurse etc.) an – somit kann jedermann immer an den Märkten dabei sein, wie ein Profi.

Nun habt Ihr Euch für einen besonderen Weg entschieden: Ihr schiebt die App nicht sofort in den Markt, sondern startet zunächst mit einer spielerischen Variante.

Ja, genau: Wir starten zunächst mit einem Börsenspiel ab 25.04. Unsere Nutzer können sich so an das Thema Kapitalmarkt herantasten, ohne richtiges Geld einzusetzen. Es besteht also überhaupt kein Risiko. Für uns hat es den Vorteil, dass wir die App in aller Ruhe testen und das Produkt gemeinsam mit dem Nutzer weiterentwickeln können. Unsere Vision ist es natürlich, irgendwann zusammen mit einem Bank-Partner das Ganze in die „reelle Welt“ zu tragen – d.h. dass unsere Nutzer dann auch mit richtigem Geld handeln können.

Das ist keine schlechte Idee, die Leute mit einem Börsenspiel ohne echtes Geld an das ganze Thema heranzuführen. Die Deutschen haben ja typischerweise große Angst davor. 95% der unter 30-Jährigen besitzen überhaupt keine Aktien/Fonds o.ä. Woran liegt’s?

Vielen Leuten ist eigentlich bewusst ist, dass sie Geld anlegen sollten, d.h. sie sehen die Chancen. Dennoch reduzieren sie das Thema Kapitalmarkt und Aktien zu allererst nur auf die Risiken und haben Angst, schnell ganz viel Geld zu verlieren. Die jetzigen Angebote lassen den Einsteiger alleine und erklären ihm nicht, wie eine ausgewogene, langfristige Strategie aussehen kann – geschweige denn, wie die Kapitalmärkte funktionieren. Genau da möchten wir ansetzen: Investieren, Aktien und Co. verständlich machen und den Zugang hierzu drastisch vereinfachen.

Ihr kommt nicht aus Hamburg. Da Ihr jedoch ins Accelerator-Programm der comdirect aufgenommen wurdet, bekommt Ihr Räumlichkeiten im betahaus zur Verfügung gestellt und wohnt in einer WG direkt nebenan. Wie funktioniert das Zusammenleben/-arbeiten Tag und Nacht?

Insgesamt sind wir ein Team von 5 Leuten, da kann es schon mal eng werden. Dennoch sind wir als Gruppe stark zusammengewachsen. Wenn man nicht nur über die nächste Funktion der App diskutiert, sondern auch über die Kochkünste unseres Italieners Marco, dann kommen einem beim Nudeln-Essen manchmal die tollsten Ideen. Spaß beiseite! Es ist schon beeindruckend zu sehen, was in den letzten sechs Monaten entstanden ist. Im September haben wir mit einem leeren Blatt Papier angefangen. Und jetzt sitzen wir hier in Hamburg – seit dieser Woche ist unsere App draußen und am kommenden Montag, den 25.04., beginnt schon unser Börsenspiel. Wahnsinn!

Dann mal toi, toi, toi!!

PS: App heruntergeladen. Sieht gut aus! Ich bin dabei! Macht alle mit und nähert Euch spielerisch dem Thema Börse. Dazu gibt es noch tolle Preise. Das Börsenspiel startet am kommenden Montag (25. April). Hier geht’s zu App: http://go.neontrading.com

Für später vorsorgen mit Indexfonds

Jeder weiß, dass das Geld im Alter knapp wird. Von der staatlichen Rente ist nicht mehr allzu viel zu erwarten – und Riester & Co. bringen auch nicht das, was einem mal versprochen wurde. Bei der Bank gibt’s praktisch keine Zinsen mehr. Was also tun? Warum nicht mal mit der Alternative Indexfonds beschäftigen?

Bei vielen von uns gehen die Alarmglocken an, wenn es um Themen wie Aktien und Börse geht. Wir denken an wilde Spekulationen und erinnern uns vielleicht noch zu gut an die beiden großen Börsen-Crashs des vergangenen Jahrzehnts. Was wir außer Acht lassen:

Langfristig betrachtet ist eine breit gestreute Anlage in Aktien nicht nur eine rentable, sondern vor allem sehr solide Anlageform.

Das beweist ein Blick in die Geschichte: Wer in den vergangenen 100 Jahren Aktien von internationalen Unternehmen besessen hat, hat durchschnittlich zwischen sieben und acht Prozent pro Jahr (!) verdient und zudem Wirtschaftskrisen, Kriege und Währungsreformen – trotz vorübergehender Kurseinbrüche – unbeschadet überstanden.

Zwei Dinge müssen dabei allerdings unbedingt beachten werden:

  • Der Zeithorizont sollte mittel- bis langfristig sein (10-15 Jahre), um vorübergehende Kurseinbrüche ausgleichen zu können
  • Man sollte als Laie niemals in Einzelwerte investieren, sondern die Anlage immer über viele Unternehmen/Branchen/Länder breit streuen

Automatisch breit streuen kann man über einen sogenannten Indexfonds (oder auch ETF – Exchange Traded Fund genannt).

Ein Indexfonds bildet einen Aktienindex nach. Kauft man diesen z.B. auf den DAX, bildet er den DAX eins zu eins ab und ist an seine Entwicklung gekoppelt. Da im DAX 30 große deutsche Unternehmen enthalten sind, kauft man automatisch alle 30 Unternehmen. Die Anlage ist damit breit gestreut und das Risiko verteilt, ohne dass man sich selbst viele Gedanken dazu machen muss.

Möchte man noch breiter streuen und nicht nur vom Wohl und Wehe der deutschen Wirtschaft abhängig sein, kauft man gleich einen Indexfonds auf z.B. den breiter aufgestellten Weltindex MSCI World.

Ein Indexfonds ist also ein optimales Instrument, um auch als Laie an den Erfolgen des Aktienmarktes teilhaben zu können.

Das Schöne daran: Für das simple Nachbilden des Index braucht es keine hochbezahlten Fondsmanager. Die Kosten sind daher gering. So gut wie nichts von der erwirtschafteten Rendite wandert also in fremde Taschen. Auf lange Sicht macht das in Bezug auf die Wertentwicklung einen GEWALTIGEN Unterschied aus.

Wie geht man das Thema nun an?

 

Schritt 1: Depot eröffnen

Um regelmäßig mit einem Indexfonds für später vorzusorgen, eröffnet man zunächst ein Depot – am besten kostengünstig bei einer Direktbank.

 

Schritt 2: Sparplan einrichten

Für dieses Depot richtet man einen sogenannten Sparplan ein. Dieser Sparplan investiert automatisch Monat für Monat einen einmal festgelegten Betrag in den jeweiligen Indexfonds. Das hat einen großen Vorteil: Man muss sich nicht ständig den Kopf darüber zerbrechen, ob gerade jetzt ein guter Zeitpunkt ist, um zu investieren. Das macht der Sparplan ganz automatisch. In guten (teuren) Zeiten kauft er weniger Anteile, in schlechten (billigen) Zeiten mehr Anteile des Indexfonds. Vorsicht mit den Kosten: Pro Ausführung zahlt man sogenannte Ordergebühren. Diese unterscheiden sich von Bank zu Bank teilweise deutlich.

 

Schritt 3: Rechtzeitig aussteigen

Aktienmärkte können teilweise stark schwanken. Auch ein Indexfonds auf einen Aktienindex muss – will man solide vorsorgen – immer mittel- bis langfristig betrachtet werden (10-15 Jahre). Dazu gehört, dass man – je näher man dem eigenen Ruhestand kommt – den „Einstieg in den Ausstieg“ vornimmt, also Stück für Stück Anteile am Indexfonds verkauft und z.B. aufs Tagesgeldkonto legt. So geht man sicher, dass man später immer liquide bleibt – auch wenn die Aktienmärkte am Boden liegen, wenn man in Rente geht.

Und zu guter Letzt: Das Besparen eines Indexfonds wird einem als Vorsorgealternative vom Bank- oder Versicherungsberater nur selten vorgeschlagen. Das hat vor allem einen Grund: Der Berater verdient daran so gut wie nichts. Es gibt kein großes Potenzial für Provisionen. Indexfonds kauft man ohne Ausgabeaufschlag, und die Gebühren sind gering.

Wenn das Ganze immer noch interessant für Dich ist, möchte ich Dir an dieser Stelle noch einmal mein Buch empfehlen: In diesem sind die ganz konkreten Schritte detailliert erklärt – alles ist einfach und ganz anschaulich dargestellt.

Wenn Dir mein Blog, meine Website und/oder mein YouTube-Kanal gefällt, würde es mich freuen, wenn Du es weiterempfiehlst!

Und jetzt würde ich mich VOR ALLEM freuen, wenn Du mit dem Thema „Indexfonds“ loslegst und Dir damit eine solide Basis für später aufbaust!